10 Dinge, die ihr vor der Geburt wissen solltet

Ich will euch hier nicht mit meinem Geburtsbericht langweilen oder verängstigen. Im Nachhinein muss ich allerdings zugeben, dass ich viel zu naiv an die Geburt herangegangen bin. Ich bin einfach in das nächstgelegene Spital gegangen und habe gemacht, was mir die Ärzte und Hebammen sagten. Bei einem zweiten Kind würde ich einiges anders machen.

Damit ihr euch möglichst gut auf die Geburt vorbereiten könnt, habe ich eine Liste mit den 10 wichtigsten Dingen für euch zusammengestellt.

Was man schon vor der Geburt wissen soll

1. Behaltet das Geld für den Geburtsvorbereitungskurs. Mein Mann und ich haben uns noch in den Kurs gewälzt, als ich bereits in der 36. Schwangerschaftswoche war. Das einzige, was wir gelernt haben ist, dass es höchste Zeit sei mit der Dammmassage zu beginnen (siehe Punkt 3). Aber ansonsten waren wir nach dem Kurs genau gleich ratlos wie vorher.

2. Die Auswahl des Krankenhauses ist essentiell. Natürlich, nicht jede Mama hat die Wahl. Bei einer Risikoschwangerschaft gibt es nur wenige spezialisierte Krankenhäuser mit ausgezeichneten Neonatologie-Abteilungen. Wenn eure Schwangerschaft aber normal verläuft, spricht nichts dagegen, euch genau zu überlegen, was ihr von einer Geburt erwartet und das Krankenhaus nach diesen Kriterien auszuwählen. Möchtet ihr ein Familienzimmer? Eine Wassergeburt? Room-Service wie in einem Hotel? Alles ist möglich, es ist nur eine Frage der Prioritäten.

3. Geburtsverletzungen sind eine Tatsache. Auch wenn kaum jemand darüber spricht: Dammschnitte und Dammrisse gehören leider auch heute noch zu einer Geburt dazu. Klar, mit gutem Bindegewebe und Glück geht es auch ohne. Wenn die Geburt aber nicht optimal verläuft, nützen alle Dammmasssagen dieser Welt nichts. Die gute Nachricht: wie eine Kaiserschnittnarbe verheilen auch diese Verletzungen. Es braucht einfach Zeit.

4. Es ist unbestritten, dass eine natürliche Geburt ohne Komplikationen das Beste für euer Kind und euch ist. Wenn sich aber beim Ultraschall herausstellt, dass das Baby sehr schwer ist oder einen riesigen Kopf hat (hätte ich doch besser zugehört), ist es keine Schande, sich nach einem Kaiserschnitt zu erkundigen. Aber denkt daran: ein Kaiserschnitt es kein kleiner Eingriff.

5. Der Wehentropf ist des Teufels. Ich möchte nochmals betonen: „DES TEUFELS“. Die künstlichen Wehen sind viel stärker und viel häufiger als natürliche Wehen. Wenn ihr ihn irgendwie vermeiden könnt, dann tut das. Das gleiche gilt übrigens auch für das Einleiten.

6. Eine PDA (Periduralanästhesie) ist leider keine Garantie für eine schmerzfreie Geburt. Manchmal sitzt sie nicht richtig und ihr werdet trotzdem ein- oder beidseitige Schmerzen haben. Eine gute PDA ist allerdings ein Segen.

7. Viele Mütter machen sich im Vorfeld wahnsinnige Sorgen über mögliche Ausscheidungen während der Geburt. Verschwendet keinen weiteren Gedanken daran. Falls etwas passiert, werdet ihr nichts merken. Während des Pressens habt ihr andere Probleme. Und nach der Geburt werdet ihr so von Liebe überwältigt, dass es kein anderes Gefühl mehr geben wird.

8. Eine Geburt ist kein Sonntagsspaziergang. Nicht umsonst heisst gebären auf Englisch „to be in labor“. Arbeit, sehr harte Arbeit, das trifft es ziemlich genau. Deshalb ist es absolut in Ordnung nach der Geburt erschöpft zu sein. Ihr solltet euch möglichst viel Ausruhen, liegen und alle Dinge, die nicht mit eurem Baby zu tun haben, delegieren.

9. Ein Einzelzimmer ist Gold wert. Leider auch im wortwörtlichen Sinne. Die Aufschläge für ein Privatzimmer sind happig. Trotzdem werde ich bei meinem nächsten Kind das Geld zusammenkratzen. Wenn man sich ein 20 Quadratmeter-Zimmer mit zwei Müttern, ihren Babys und ihrem Besuch teilt, hat man keine Chance, auch mal nur eine Sekunde zu schlafen.

10. Sobald das Kind da ist, werden sich schon die ersten Besucher ankünden. Traut euch auch mal „Nein“ zu sagen. Diese erste Zeit mit eurem Kind ist so kostbar, ihr solltet jede Sekunde davon auskosten. Ausserdem wollt ihr vielleicht auch mal ein wenig Zeit für euch haben – auch wenn es nur eine Dusche oder eine halbe Stunde Schlaf ist.

 

 

Deborah Lacourrege

5 Comments

  1. Antworten

    Andrea

    31. Oktober 2016

    Darf ich noch 11., 12. Und 13. ergänzen?

    11. Macht euch nicht zu viele Gedanken, wie die Geburt ablaufen wird. Mit fixen Vorstellungen wird man nur enttäuscht, denn keine Geburt ist wie die andere. Ich sass bei meiner ersten 4 Stunden in der Wanne, obwohl ich das vorher doof gefunden hatte. Und als es nach 32h halt doch ein KS war – nun, dann war’s halt so.

    12. Viele Frauen erbrechen bei der Geburt, weil es einfach so verdammt anstrengend ist. Ist normal.

    13. Wer ja sagt zu Drogen: Sagt ja zu Ultiva. Genialer über-die-Wehen-Helfer zum selber auslösen.

    Und sonst nie vergessen: andere haben’s auch schon geschafft 😉

    • Antworten

      Deborah Lacourrege

      1. November 2016

      Stimmt, die Wanne, das Erbrechen. Hatte ich wohl verdrängt… 😉

  2. Antworten

    Sibylle

    31. Oktober 2016

    Toller und wichtiger Beitrag, auch wenn ich bei Punkt 1 nicht deiner Meinung bin, aber vielleicht hatte ich auch einfach Glück und eine tolle Hebamme im Geburtsvorbereitungskurs…. Ich schreib dir mal meine Erfahrungen und Tipps

    1. Für mich war der Geburtsvorbereitungskurs interessant und auch beruhigend (wie reagiere ich (resp. mein Mann) bei einer Sturtzgeburt zu Hause oder im Auto?). Tipp in der 25.-30. Schwangerschaftswoche damit beginnen, da kann frau sich auch noch bewegen 😉

    2. Das kann ich nur unterschreiben! Wir haben uns in mehreren Krankenhäusern die Geburtenabteilung und die Zimmer angeschaut und dann aus dem Bauch heraus entschieden. Ich habe mich auch total wohl gefühlt dort, nur die Hebamme am Telefon war leider nicht so toll 🙁
    Ich: „Ich habe Wehen im Abstand von 10 min und der Muttermund war bei der Kontrolle beim Arzt vor 3 Stunden schon 3-4 cm offen.“
    Hebamme: „In welcher Woche sind sie denn?“
    Ich: „36+3″
    Hebamme:“Ja dann müssen sie noch nicht ins Krankenhaus kommen, es geht ja noch 3 1/2 Wochen bis zur Geburt“
    Äh wie jetzt?!

    10. Ganz wichtig! Wir haben das so gelöst: Nur unsere engste Familie wusste in welchem Krankenhaus wir sind, den Rest haben wir nur darüber informiert, dass die Kleine jetzt auf der Welt ist. So gibts auch keinen Überraschungsbesuch 😉

  3. Antworten

    lorelai5

    1. November 2016

    Mag mich auch noch äussern… wir haben nun in der 3. SS einen Hypnobirthing-Kurs gemacht und ich fand den wirklich sehr gut, auch wenn ich noch nicht sagen kann, ob er mir dann hilft… ich sollte üben… 😉
    Beim Krankenhaus habe ich hier auf dem Land nicht wirklich eine Wahl, wenn ich mein Kind nicht im Auto bekommen will 😀 Zudem sind Geburtshäuser oder eine Hausgeburt auch eine Alternative, die es sich zu überlegen gilt 😉
    Besuch werde ich erst empfangen wenn es für uns alle passt!

    • Antworten

      Deborah Lacourrege

      2. November 2016

      Natürlich, hauptsache die werdende Mama fühlt sich wohl 🙂 Ich hoffe, es klappt mit dem Hypnobirthing. Die eine Hebamme hatte es mit mir gemacht, es hat echt geholfen! Leider kam dann alles anders…

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