Schlaf, Kindlein, schlaf… doch endlich mal!

Das Baby schläft nicht, also schlafe ich auch nicht. Ich bin müde, sooooo unendlich müde. Seit Klein C. auf der Welt ist, stürze ich meine zwei Tassen Kaffe am Morgen herunter, als wären es Wodka-Shots. Und nicht, dass ich danach so richtig wach wäre. Ich bin fit genug, dass ich einen Tag bei der Arbeit oder mit wahnsinnig aktivem Kleinkind überlebe.

Dabei hatte alles so gut angefangen. Klar, der erste Monat war die Hölle. Klein C. schlief nie länger als zweieinhalb Stunden am Stück. Aber schon mit vier Wochen schaffte sie acht Stunden, mit zwei Monaten zwölf Stunden. Der Papa und ich trauten anderen Eltern kaum davon zu erzählen – und Glück wirkte wie ein Hohn, auf diese armen Kreaturen, die unter Dauerschlafentzug litten.

Wie kleine Tiere schlafen gehen *

Und nun gehören wir auch dazu. Es ist uns nicht ganz klar, wann das mit dem nächtlichen Aufwachen wieder anfing. Wir können nur soviel rekonstruieren: Als wir in Malta waren (und Klein C. knapp zehn Monate alt), mussten wir wieder jede Nacht aufstehen und ihr einen Schoppen machen.

Einschlafprobleme seit der Geburt

Jetzt denkt ihr vielleicht: „Einmal in der Nacht aufstehen, das ist ja Luxus pur!“ Wäre es auch, wenn Klein C. problemlos um 20 Uhr ins Bett gehen würde. Aber unser Kind gehört seit der Geburt zur Fraktion der Schlafbekämpfer. Eigentlich bin ich mir sogar sicher, dass sie schon mehrmals eine Medaille in dieser Disziplin gewonnen hat.

Das Grosi nannte das Phänomen das erste Mal beim Namen, als Klein C. vier Wochen alt war. Kaum hört man nach langem Wiegen oder Stillen endlich das erste Schnarchen, ging das eine Auge wieder auf. Man könnte ja etwas verpassen.

Manche Kinder tun dies offenbar. Es ist normal und spricht eigentlich für das Kind. Denn es ist aufgeweckt und interessiert. Möchte immer überall dabei sein.

Für uns als Eltern (und wohl auch für die Betreuerinnen in der Kita) ist das Schlafbekämpfen aber nur eins: wahnsinnig anstrengend! Von 20 bis 24 Uhr stehen wir immer wieder am Bett von Klein C. Singen, streicheln über ihren Kopf, geben ihr noch etwas Milch. Und genau dann, wenn wir endlich auch mal schlafen möchten, ist sie wieder wach. Wir nennen es inzwischen den „Einschlaf-Fluch“.

Zahnen, Krankheit oder Entwicklungsschub?

Dazu kommt, dass wir ein dauerkrankes, dauerzahnendes Kind haben. Das zusätzlich vermutlich unter Nachtschreck leidet. Klar, gibt es sie, die Nächte in denen wir durchschlafen. Häufiger sind jedoch die Nächte, in denen wir Klein C. zu uns ins Bett nehmen, weil wir einfach nicht mehr aufstehen mögen, um sie zu trösten.

Und dann, ja dann gibt es noch die Nächte, in denen wir theoretisch durchschlafen könnten. Aber immer wieder von Phantom-Schreien geweckt werden. Offenbar hat nicht nur unsere Tochter, sondern auch wir, das Durchschlafen verlernt.

Der einzige Trost kam übrigens von meiner Mama. Ihre Theorie: „Ihr habt in diesem Alter auch schlecht geschlafen! Das ist immer kurz vor einem wichtigen Entwicklungsschritt. Zuerst ist es das Laufen, dann die Sprache!“ Und wenn ich es mir so überlege, hat meine Mama Recht. Klein C. ist mitten im Sprechenlern-Prozess. Fast täglich höre ich neue Wörter oder Laute aus ihrem süssen kleinen Mund.

Und so sagen wir uns nach einer schlaflosen Nacht immer wieder das, was sich wohl alle Eltern sagen: „Es ist nur eine Phase!“

Ein kleiner Nachtrag: in den drei Tagen zwischen dem Entstehen und der Publikation dieses Textes hat Klein C. doch tatsächlich wieder durchgeschlafen. Und ist – für ihre Verhältnisse – relativ problemlos eingeschlafen. Ob das der Anfang eines neuen Zeitalters ist? Ich weiss es nicht. Aber wir haben diese drei Nächte sehr genossen.

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Deborah Lacourrege

4 Comments

  1. Antworten

    lorelai5

    23. Januar 2017

    Huhu! 🙂 Klingt alles „relativ“ normal. Ich habe vergessen, wie hart das war, jetzt trifft mich der Schlafmangel wieder mit vollster Wucht… ich habe jetzt mangels Zeit nur überflogen, aber stillst Du ihn oder fütterst Du PuMi? Bei letzterem heisst es ja immer, wie toll die Kinder dann durchschlafen… meine haben beide erst nach 4 Jahren durchgeschlafen – der Grosse verlangte nach dem Abstillen noch regelmässig bis zum KiGa nachts einen Schoppen, die Maus stillte nachts, letzteres war immerhin einfacher weil ich dafür nicht aufstehen musste… aber liegt wohl in den Genen, also rechne ich mal mit weiteren 4 Jahren schlafarmen Nächten 😀

    • Antworten

      Deborah Lacourrege

      23. Januar 2017

      Inzwischen bekommt sie den Schoppen. Das war Abends immer der Fall, weil meine Milch leider nie ganz reichte. Deshalb schlief sie als Baby wohl auch schnell relativ gut. Aber dafür als Kleinkind nicht mehr. Einmal aufstehen finde ich aber in Ordnung, es stört mich nicht. Nur die Stunden, bis sie endlich richtig schläft, finde ich sehr anstrengend.

      Dir ganz viel Durchhaltevermögen! Sie ist ja noch sehr klein. Ich weiss noch, wie schrecklich ich mich in dieser Zeit fühlte, als ich nie mehr als zwei Stunden am Stück schlief.

      • Antworten

        lorelai5

        23. Januar 2017

        Oh ja, man fühllt sich nicht mehr als Mensch…

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