Das Gegenstück zur Laissez-Faire-Mama

Gerade waren wir drei Wochen auf Reisen. Ziemlich spontan zog es uns auf die andere Seite der Welt nach Australien. Mit einem ausgedehnten Stopover in Singapur versteht sich. Mehr über unser Reise und wie wir die zwei Langstreckenflüge mit Kleinkind überstanden haben, lest ihr bald an dieser Stelle.

Zuerst möchte ich aber über etwas anderes schreiben. Denn die drei Wochen Ferien beinhalteten nicht nur Koalas und Känguruhs streicheln, sondern auch viel Familienzeit. Und zwar ganz viel. Eigentlich hatten wir noch nie so viel Zeit am Stück ununterbrochen als Familie miteinander verbracht. Nicht mal nach der Geburt von Klein C. Für den Papa war es ein wunderbares, aber wohl auch ziemlich anstrengendes Erlebnis.

Wie man einen Helikopter-Papa erkennt

Und mir als Mama brachte diese Zeit ganz neue Einblicke in den Erziehungsstil des Papas. Schon am zweiten Tag unserer Reise hörte ich ein leises “Tocktocktock”. Ihr wisst schon, dieses Geräusch, das Helikopter beim Anflug machen? Konkret ging es darum, dass ich Klein C. in der wunderbaren Wasserwelt eines Parkes in Singapur planschen lassen wollte. Spontan, wohlgemerkt. Ohne Schwimmwindeln, ohne UV-Anzug. Man muss dazu anmerken, dass es bereits 16:30 Uhr und wahnsinnig schwülheiss war.

Der Papa fand die Idee schrecklich: “Aber ohne Schwimmwindeln geht das doch nicht? Sie macht ihre Kleider doch patschnass? Und danach erkältet sie sich? Und wie sollen wir sie dann abtrocknen?” Ich hielt diesen ersten Anflug eines Helikopter-Daseins für eine Auswirkung des Jetlags. Natürlich durfte Klein C. planschen. Nackt bis auf die Windeln. Abgetrocknet wurde sie mit einem Nuschi, die Haare waren bei den tropischen Temperaturen innerhalb von Minuten wieder trocken.

Alles gut, hätte man meinen können. Doch die Helikopter-Tendenz des Papas zog sich auch in Australien weiter. Sei es, dass Klein C. mit ihrem hübschen Kleid in den Sandkasten wollte, bei etwas höheren Wellen im Meer planschen (in den Armen der Mama und ihrer Tanten, versteht sich) oder mit Leidenschaft Poolwasser trank. All diese Situationen (und viele mehr) lösten beim Papa leichte Panikattacken aus: “Schmutzig, gefährlich, ungesund!”

Und bei mir sorgte Papas Reaktion jeweils für ein leichtes Schmunzeln. Dazu muss gesagt werden, dass er sich eigentlich gerne als “Spass-Papa” bezeichnet. Und vor der Geburt noch hoffte, dass die Mama (die ja dann Teilzeit arbeiten würde), einen Grossteil der Erziehungsarbeit übernehmen würde.

Man muss dazu anmerken, dass der Papa in seinem Helikopter-Dasein jeweils unterlegen ist. Gegen eine geballte Ladung mütterlicher Erfahrung von Cousinen, Grosstanten und natürlich auch der Ehefrau (zum Glück haben wir eine so grosse Familie in Australien) hatte er keine Chance.

Also ich ihn, wieder zu Hause angekommen, mit der Tatsache konfrontierte, dass er in Wahrheit mehr Helikopter- als Spasspapa sei, zeigte er sich uneinsichtig. “Ich mache das genau richtig. Du bist einfach viel zu fahrlässig!”, meinte er. Auf mein Argument, dass Klein C. viel Zeit mit mir alleine verbringe und immer noch lebe, meinte er spassenhalber: “Das war pures Glück!”

Aber ich glaube, er hat es dann doch eingesehen, dass er in gewissen Dingen etwas entspannter werden muss.

Deborah Lacourrege

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