Aktiv der Mama helfen dank Lernturm

Klein C. war schon immer ein Kind, das an den Aktivitäten der Grossen teilhaben wollte. Ich erinnere mich noch gut daran, dass sie im Alter von zwei Monaten begann, sich zu beschweren, wenn ich es wagte, mich mit jemandem zu unterhalten während sie irgendwo lag. Sie musste stets auf meine Schulter um sicher zu sein, dass sie auch ja nichts verpasste.

Sehr präsent ist uns auch noch das Drama, das sie machte, während ihre Eltern am Essen waren. Zuerst dachten wir (Neueltern halt), dass sie auch Hunger habe. Und ich habe sie im Akkord gestillt. Irgendwann aber realisierten wir, dass sie nicht am Boden sein wollte, während ihre Eltern am Tisch sassen. Die Newbornschale für den Tripptrapp brachte endlich wieder Frieden in unsere abendlichen Mahlzeiten.

Wenn Kleinkinder in der Küche mithelfen wollen

Als sie dann ein wenig grösser war, begann das Kochdrama. Klein C. wollte natürlich auch dort sehen, was Mama und Papa in der Küche so machten. Das war der Punkt, als ich anfing, sie auf dem Rücken zu tragen. So hatte ich endlich meine Ruhe. Doch mit zunehmendem Gewicht und zunehmender Kochbegeisterung unserer Tochter begann ich mich nach Alternativen umzusehen und mit einem Lernturm zu liebäugeln.

Just in diesem Moment kontaktierten mich dessen Macher. Der Lernturm ist einem Stuhl ähnlich. Allerdings hat er eine zusätzliche Treppenstufe, was dem Kind das selbstständige Herausklettern erleichtert. Zudem ist er oben mit einem Bügel gesichert – dadurch kann das Kind nicht herausfallen. Egal, wie es es auf dem Möbel herumtobt. Zudem ist der Turm ziemlich massiv. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Kind es schaffen würde, ihn umzuschmeissen.

Was ich ebenfalls sensationell finde – Dominic Ill und Simon Thut, die Macher die Lernturms, sind gerade mal 15 Jahre alt. Mama rocks erzählen sie, wie sie in jungen Jahren schon zu ihrer eigenen Firma kamen: „Wir haben uns schon sehr früh für das Thema Unternehmertum interessiert. Auf der Suche nach einer Geschäftsidee, kamen wir durch eine Bekannte von Dominics Mutter auf den Lernturm. Man konnte den Lernturm in der Schweiz noch nirgends kaufen und im Ausland war er nicht zufriedenstellend zu erhalten. Am Anfang bauten wir den Lernturm selber. Nach einigen Lerntürmen, die wir über unseren Online-Shop verkauften, wechselten wir für der Herstellung zum Murimoos. Dies ist eine Unternehmung mit sozialem Auftrag. Sie bietet Beschäftigung für Suchtkranke, psychische kranke Klienten oder solche mit einer leichten kognitiven oder körperlichen Einschränkung.“

Dank Lernturm auf Augenhöhe

Und nun zu unseren Erfahrungen mit dem Lernturm: Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich kann es nicht anders formulieren. Klein C. wusste sofort, wie sie hochzuklettern hatte (das Herunterkommen ist eine andere Sache…). Aber gut, unser Kind ist ja bekanntlich auch kletterbegeistert.

Ich entschloss, sie zunächst Gemüse waschen zu lassen. Dass ich damit die Büchse der Pandora öffnete, war mir nicht bewusst. Es stellte sich heraus: Klein C. liebt Umschüttspiele. Man gebe dem Kind einige Gefässe und lasse den Hahnen laufen. Damit kann sie sich während Stunden beschäftigen. Und die ganze Küche steht danach unter Wasser. Aber hey, immerhin kann ich wieder in Ruhe kochen.

Dann begann ich, die Umschüttbegeisterung für meine Kochprojekte zu nutzen. Ich liess Klein C. etwa Reis in die Pfanne schütten oder Mehl abmessen. Die Begeisterung war grenzenlos. Nur das mit dem Teig kneten stiess auf wenig Gegenliebe. Sie mag sich ihre Händ nicht schmutzig machen. Aber die Abneigung gegen Dreck („Dläck, putze!“) hat sie offenbar von ihrem Helikopter-Papa geerbt. Seit neuem darf sie mir auch helfen, Gemüse zu schneiden. Auch diese Aufgabe liebt sie. Wenn sie doch nur als Teenager ihrer Mama noch so gerne helfen würde…

Inzwischen ist der Lernturm ein fester Teil unseres Alltags. Wenn Mama in der Küche steht, schiebt Klein C. den Stuhl selbstständig zur Arbeitsplatte und wartet auf Aufgaben. Oder verlangt eben wieder, dass Mama das Wasser anstellt („Wäsche! Wäsche!“), damit sie die Küche fluten kann. Auch wenn der Lernturm definitiv zu mehr Chaos in der Küche geführt hat, so hat er uns den Alltag doch sehr erleichtert. Denn für die Mama, die sehr gerne kocht und backt, sind einige ruhige Minuten Gold wert. Der Lernturm ist offenbar Teil des Montessori-Konzepts. Nicht, dass wir uns intensiv damit beschäftigt hätten. Aber den Grundsatz: „Hilf mir, es selbst zu tun“, finde ich eine tolle Erziehungsgrundlage.

* Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Lernturm.ch




Deborah Lacourrege

1 Comment

  1. Antworten

    miniundstil

    18. September 2017

    Der Lernturm ist wirklich Gold wert. Ich habe endlich beide Hände frei für Gurke, Peperoni und Co. 😂 Schau mal hier: http://www.miniundstil.ch/mit-dem-lernturm-hoch-hinaus/

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