Zwischen Eifersucht und inniger Liebe

Grosse Schwester zu werden, ist nicht einfach. Zumindest für Klein C. Vor nicht allzu langer Zeit, habe ich noch behauptet, mir nicht ganz sicher zu sein, dass sie tatsächlich realisiere, bald einen Bruder zu bekommen. Inzwischen bin ich mir sehr sicher, dass sie weiss, dass sich bald alles verändern wird. Und sie ist nicht immer ganz glücklich damit.

Es gibt immer noch sehr viele Momente, in denen sie zuckersüss ist. Sie hebt täglich mehrmals meinen Pulli oder auch mein Kleid (was in der Öffentlichkeit nicht unbedingt optimal ist) um ihren „Babybruder“ zu küssen oder zu streicheln. Sie stiehlt anderen Kindern den Nuggi oder das Spielzeug und sagt, dass es für ihren Bruder sein. Was zwar auf dem Spielplatz ebenfalls zu peinlichen Momenten führen kann, aber das Mamaherz ebenfalls zum Schmelzen bringt.

Plötzlich ein ganz anhängliches Kleinkind

Gleichzeitig ist sie ab des wachsenden Bauches stark verunsichert. Sie ist viel anhänglicher als sonst, schläft seit gut einem Monat nur noch in unserem Bett. Und klebt dabei am Rücken der Mama, als würden wir aus einem Stück bestehen. Dabei schlief sie immer problemlos in ihrem eigenen Zimmer seit sie fünf Monate alt war. Gleichzeitig fragt sie immer mehr nach Papa und Mama, wenn sie fremdbetreut wird. Weint sogar mal aus Sehnsucht. Und erlösen ihre Eltern sie dann, könnte sie den ganzen Abend nur noch mit uns Kuscheln. Auch das ein Phänomen, das wir bisher von ihr so nicht kannten. Eher schon, dass sie aus Enttäuschung weinte, weil sie wegen eines Feiertages nicht in die Kita durfte.

Auch miteinander reden und kuscheln – also in Zweisamkeit, so ganz ohne Kleinkind – ist im Moment schwierig. Auch da schaltet Klein C. in den Eifersuchtsmodus. Meist auf charmante Art: sie erdrückt uns praktisch mit ihren vielen Umarmungen und Küssen. Sie kann aber auch anders. Wird sie nicht erhört, bekommt Papa auch plötzlich mal eine Ohrfeige oder einen Kratzer ab, der Mama wird an den Haaren gerissen.

Akkzeptieren und geniessen

Auch die Vorbereitungen für den „Babybruder“ versucht sie zu sabotieren – respektive reisst sich alles unter den Nagel. Ein neues Bett? Da muss sie rein! Liebevoll zusammengefaltete Newborn-Kleider in der Wickelkommode? Die muss sie ausräumen! Eine Spielecke mit Rassel und Kuschelnuschi? Muss sie auseinandernehmen und in der ganzen Wohnung verteilen!

Sind wir ihr deswegen böse? Mitnichten! Wir verstehen ihre Unsicherheit nur zu gut. Uns geht es doch auch nicht anders. Denn auch wir wissen, dass in wenigen Wochen alles anders sein wird. Und können uns auch noch nicht vorstellen, wie genau. Deshalb versuchen wir, die Zeit mit Klein C. als Einzelkind so gut wie möglich zu geniessen. Ihr alle Kuscheleinheiten dieser Welt zukommen zu lassen. Ihr ununterbrochen unsere Liebe zu versichern. Denn eines ist sicher: Daran wird sich nichts ändern.

Wie habt ihr den Wechsel von einem zu zwei Kindern erlebt? Was war wirklich anders? Und wie haben eure grösseren Kinder darauf reagiert?




Deborah Lacourrege

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