Yes, I survived – oder das erste Mal mit zwei Kindern alleine

Zunächst mal: alles war viel weniger schlimm, als befürchtet. Der Zweifach-Papa liess mich gestern Nachmittag zum ersten Mal seit der Geburt von Babybruder L. mit den beiden Kindern alleine. Eigentlich hat er ja noch Vaterschaftsurlaub (unbezahlt, versteht sich). Er musste jedoch für eine Schulung im Büro antanzen.

Alles begann ganz entspannt. Klein C. schlief im Kinderwagen, Babybruder L. im Tragetuch und ich versuchte unsere Wohnung einigermassen präsentabel für den nachmittäglichen Besuch zu machen. Der ultimative Tipp meiner Hebamme war nämlich: Schau, dass du mit den Kindern nicht alleine bist. Am besten, du verabredest ein Playdate.

Aufmerksamkeit um jeden Preis

Ein Playdate wurde es zwar trotzdem nicht, dafür ein lieber Babybesuch. Babybruder L. schlief weiter, dieses Mal im Stokke Sleepy, das wir zum Tagesbett umfunktioniert haben. Klein C. bezirzte unseren Besuch, malte und klebte Sticker ein. Sie war so zuckersüss wie seit der Geburt ihres Bruders nicht mehr. Ihr müsst wissen: nicht der Babybruder ist im Moment unsere grösste Herausforderung. Er ist ein durch und durch zufriedenes Baby, das viel schläft, gut trinkt und nur weint, wenn er Hunger hat oder friert.

Klein C. hingegen tut alles, um unsere Aufmerksamkeit zu bekommen. Dies involviert meistens, auf alle möglichen Dinge zu klettern um dann davon hinunter zu springen. Dies blieb mir gestern grösstenteils erspart. Ob sie wohl merkte, dass ihre Mama ihre Unterstützung brauchte?

Multitasking: Stillen und Kleinkindbeschäftigung

In eine kritische Situation kamen wir dann doch: Babybruder L. bekamt just in dem Moment Hunger, in dem Klein C. beschloss, dass ihre Puppe duschen müsse. Und dann weinten beide. L. auf meinem Arm, während ich versuchte, Klein C. aus dem Bad zu zerren. Es endete damit, dass ich L. auf der Toilette sitzend stillte, während ich mit der anderen Hand gleichzeitig versuchte, C. davon abzuhalten, die Dusche einzustellen.

Ansonsten war Babybruder L. fast ununterbrochen im Tragetuch, während im das Kleinkind bespasste. Zuerst mit puzzlen, danach backten wir Weihnachtsguetzli und gingen sogar noch kurz an die frische Luft. Tragejacke sei Dank musste ich ein Kind weniger warm einpacken… Ich habe ja echt keine Ahnung, wie das Leben mit mehren Kindern ohne das Tragen funktionieren soll.

Obwohl wir den Nachmittag – oder konkret 5 Stunden (ja, innerlich führte ich einen Countdown) – relativ unbeschadet überstanden und ich die viele Zeit mit Klein C. sogar richtig genoss, war ich doch froh, als der Papa 20 Minuten früher als erwartet wieder zur Türe hineinkam.

Nicht, dass ich schon komplett am Limit gewesen wäre. Es ging wohl mehr um den psychischen Aspekt. Die Angst, dass doch noch irgendetwas schlimmes passieren könnte. Aber mit der Zeit werde ich wohl immer selbstbewusster. „Two Kids, I got this!“ – richtig?

 




Deborah Lacourrege

1 Comment

  1. Antworten

    Running-Mami Blog

    28. November 2017

    Oh wenn ich das so lese, fühle ich mich gerade 3 Jahre zurückversetzt. Bei uns war es so ähnlich. Der Grosse war der, der Aufmerksamkeit suchte und ohne ein Tragetuch und später die Tragehilfe wäre ich komplett aufgeschmissen gewesen. Alles Liebe für euch!
    Herzlich
    Anita

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