Womit man als Neo-Vater so alles konfrontiert wird

Aktuell neigt sich der vierwöchige unbezahlte Urlaub des Zweifach-Papas langsam dem Ende zu. Er lässt immer wieder verlauten, wie toll er es findet, dass er dieses Mal die Neugeborenen-Zeit so intensiv miterleben durfte und wie sehr er es genossen hat, mehr Zeit mit Klein C. zu verbringen. Aber natürlich freut er sich auch schon ein bisschen aufs Büro – auch wenn er dies offiziell nie zugeben würde…

Unser Papa ist nicht der einzige Mann, der sich intensiv mit seiner Rolle als Vater auseinandergesetzt hat. Papablogger Daniel von „Just ask Danny“ hat seine Gedanken in diesem wundervollen Gastbeitrag zusammengefasst:

«Ja, ich werde es schaffen!» – nach ein paar turbulenten Stunden auf einer Achterbahn der Gefühle, war dies mein ultimativer Rückschluss. Dies hatte seine Gültigkeit an jenem Tag als ich erfuhr, dass ich zum ersten Mal Vater werden sollte, und ist bis zum heutigen Tag relevant.

Ich werde Vater. Dies ist sicher kein alltäglicher Zustand und kann einem ganz schön nervös machen. Wie werde ich es schaffen, wie soll denn das gehen wenn ein kleiner Mensch in unser Leben tritt und an was oder wem soll ich mich orientieren? Die eigenen Eltern können an dieser Stelle als Vorbild fungieren, oder wenn ihr wie ich seid, dann sucht ihr sicher in der Film- und Fernsehwelt nach Antworten.

Letzteres ist jedoch oftmals utopisch und in meinem Fall kann ich sagen, dass meine Eltern irgendwie eine andere Generation waren. Für mich war meine Mutter eher die Erzieherin bzw. die engere Bezugsperson. Mein Vater war oftmals weg bei der Arbeit und hat dann auf seine Art und Weise für die Familie gesorgt. Welche Rolle möchte ich denn einnehmen? Wie möchte ich als Vater auftreten, zu Hause wie auch draussen?

Auch Männer können helfen – schon im Wochenbett

Fragen über Fragen. Meine Bezugspersonen waren meine „Jungs“ die schon vor mir Väter geworden waren. Es war sehr schön zu sehen, dass auch sie nicht nur als „Ernährer“ dienen sondern eine engere Rolle im Leben ihrer Kinder spielen wollten. Sie gingen auf sehr persönliche Themen ein und ich konnte mit Erstaunen feststellen, dass ich mit meinen Gedanken nicht alleine war.

Und an alle werdenden Väter: Es gibt unzählige Möglichkeiten um euch vor, während und nach der Geburt mehr einzubringen. Für eure Partnerinnen sowie auch für eure Kinder. Man kann die Wohnung auf Vordermann bringen, öfters etwas kochen, die täglichen Hausarbeiten regeln, die bürokratische Thematik bewältigen, auf ihre Bedürfnisse eingehen oder auch nur öfters mit ihr über eure Sorgen sprechen. Da gibt es einiges wie ihr seht, und wisst ihr was? You can do it!

Als Vater alleine mit Baby

Natürlich geht man dann auch irgendwann aus dem Haus mit dem Kleinen, ob mit Partnerin oder – haltet euch fest – auch mal alleine! Und hier machte ich spannende Entdeckungen. Bei den eher etwas älteren Generationen wurde man im ÖV, Restaurant oder auch beim Spaziergang komisch angeschaut.

Aber auch von Gleichaltrigen kassiert man solche Blicke. «Oh mein Gott! Ein Mann alleine unterwegs mit Kind! Kann er denn das? Wie hat die Frau dies nur zugelassen?» Zudem erntet man generell in der Deutschschweiz reges Kopfschütteln, wenn man mit einem Baby ein Restaurant betritt. Anscheinend ist es tabu sich mit einem Baby ausserhalb der eigenen vier Wänden zu zeigen. Solche Sachen einfach ignorieren, denn wisst ihr was? You can do it!

Seid ehrlich – zu euch selbst und zu anderen

Das soll jetzt nicht wie ein neuer Leitspruch klingen, auch möchte ich an dieser Stelle nicht ein neues Mantra erfinden. Es soll euch lediglich aufzeigen, dass ihr zu mehr fähig seid als ihr denkt oder man euch zutraut. Denn wie so oft bei uns Menschen, kommt bei gewissen Kandidaten auch ein gewisser übermütiger Ehrgeiz auf. Wenn man nachfragt wie es mit dem Neugeborenen/Baby so läuft, hört man Sprüche wie: «Oh bestens! Es könnte nicht besser laufen! Er schläft schon 12 Stunden, isst anständig, kann schon alleine ins Zumba, hat gestern 3 Bewerbungen rausgelassen und hilft uns nächste Woche beim Umzug.»

Das mag ja alles gut und recht sein, wäre nicht die Tatsache, dass euer Gegenüber schwarze Ringe um die Augen hat wie ein Waschbär und die Augensäcke etwa so tief sitzen wie die von Colombos Hund. Wieso tun die Menschen sich das an? Wieso hat man dieses Verlangen gegen aussen den Helden zu spielen, dem beim ersten Mal alles zu 100% gelingt? Zudem vermittelt dies ein völlig falsches Bild, gegenüber Pärchen die noch keine Kinder haben. Orientiert euch nicht an solchen Pseudo-Messlatten. Macht euer Ding, gebt euch und eurer Umgebung genügend Zeit und Raum, atmet immer tief durch und macht euch ran an das Vatersein. Denn wisst ihr was? You can do it!

 

 




Deborah Lacourrege

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