2 Monate Working Mom von 2 Kindern – eine Zwischenbilanz

Als ich mit dem Babybruder schwanger war, fragten mich alle, ob ich denn weiterarbeiten wolle und wenn ja, zu welchem Pensum? Die Frage erstaunte mich: schliesslich arbeitete ich schon Teilzeit, hatte schon Erfahrung in der Vereinbarkeit von Mutterschaft und Berufsleben.

Ich wusste zwar, dass es nicht ganz einfach werden würde. Jetzt arbeite ich seit knapp zwei Monaten wieder. Aber ich muss ganz ehrlich zugeben, ich habe es unterschätzt. Was genau? Das versuche ich heute zu analysieren. Sicher ist, ich bin körperlich stark am Limit. Erschöpft, angeschlagen, Dauerkopfschmerzen, dauermüde. Von Haut und Haaren will ich gar nicht erst sprechen.

Sicher ist, dass ich unter konstantem Schlafmangel leide. C. will erst spät ins Bett. Und wenn sie schläft, dann nur in unserem Bett – zwischen Mama und Papa. Früher war das kein Problem. Aktuell schläft sie so unruhig, dass ich unzählige Male pro Nacht geweckt werde.

Schlechte Schläfer und ganz viel Party

Dazu kommt der Babybruder, der entweder krank ist oder zahnt. Er war ja noch nie der beste Schläfer. Eine Zeit lang konnte ich aber behaupten, dass nur noch ein Mal pro Nacht komme. Das war mal. Inzwischen sind wir wieder bei drei Mal pro Nacht – mindestens. Dazu kommt, dass der Babybruder eine Lerche ist und spätestens um 6 Uhr Party macht. Wenigstens ein bisschen ausschlafen an den Tagen, an denen ich die Kinder betreue? Fehlanzeige!

Dann könnte ich doch wenigstens früh ins Bett. Ich gebe zu, ich habe es versucht. Einschlafen klappt im Moment aber schlecht. Ob es wohl der Stress ist? Dazu kommt, dass der Papa und ich ab und zu versuchen, ein bisschen Paarzeit miteinander zu verbringen. Und mit C., die oft bis 22 Uhr Party macht, wird es dann relativ spät. Manchmal mache ich aber auch einfach bis spät Abends den Haushalt.

Das bisschen Haushalt…

Wo wir schon beim nächsten Thema wären. Der elende Haushalt. Er hat sich mit zwei Kindern nicht verdoppelt. Sondern mindestens verdreifacht. Während meines Mutterschaftsurlaubes konnte ich diesen jeweils erledigen, wenn Klein C. in der Kita und ich mit dem Babybruder alleine zu Hause war. Der Papa – vermute ich mal – hatte sich ein bisschen daran gewöhnt, dass ich den Löwenanteil der Hausarbeit erledigte. Was für mich absolut in Ordnung war, solange ich zu Hause war. Aber das hat sich nun geändert.

Zudem kommt, dass ich bei der Arbeit gleich von Anfang an wieder grossen Stress hatte und diverse Überstunden leisten musste. Dazu kommt das Pendeln, das meist mit rund drei Stunden täglich zu Buche schlägt. Und ach, wie konnte ich es nur vergessen? Ich stille den Babybruder noch, muss also Abpumpen. Zeit, die mir bei der Arbeitszeit fehlt. Gepäck, das ich bei der Pendelei mitschleppe. Flaschen und anderes Zubehör, das Spätabends ausgewaschen werden will.

Ganz ehrlich? Ich arbeite erst seit zwei Monaten und bin schon wieder ferienreif. Zum Glück fahren wir Mitte Juli nach Italien und ich hoffe doch mal, dass ich dort tatsächlich ein wenig entspannen werde. Ansonsten fällt mir aktuell keine wirkliche Lösung für meine Situation ein. Ich sage mir mantramässig: “Es wird leichter, wenn die Kinder grösser sind. Andere Mamas haben das auch geschafft.” Und hoffe auf bessere Zeiten…




Wie vereinbart ihr Berufsleben und Mutterschaft? Habt ihr mir Tipps, was ich besser machen könnte?

 

Deborah Lacourrege

2 Comments

  1. Antworten

    Michèle

    2. Juli 2018

    Oh, ich kann mich sehr gut in dich hineinfühlen. Inzwischen ist aus meinem Baby ein Kleinkind geworden und aus dem kleinen/grossen Bruder wird ein Kindergärtner. Ich find es einfacher, seit ich nur noch nachts stille. Und seit wir nicht mehr Händsche, Kappe, Schal brauchen, aber hey, der nächste Winter kommt bestimmt. Inzwischen geniesse ich die ersten „freien“ Abende…
    Ich fand, es brachte mir nichts, mir zu sagen, dass es einfacher wird. Man (über)lebt ja im Moment. Wenn du irgendwie kannst, versuch etwas zu ändern. Babysitter, Putzhilfe, Ansprüche runterschrauben oder so. Ich weiss, ist einfacher gesagt als getan… Ich muss jetzt auch mal noch die Küche machen. Gutes Durchhalten!

  2. Antworten

    Michèle

    2. Juli 2018

    Noch etwas: stillende Mütter dürfen keine Überstunden (über 9 Std) leisten. https://www.seco.admin.ch/dam/seco/de/dokumente/Publikationen_Dienstleistungen/Publikationen_Formulare/Arbeit/Arbeitsbedingungen/merkblaetter_checklisten/Mutterschaft%20und%20Arbeitszeitgestaltung.pdf.download.pdf/Mutterschaft%20und%20Arbeitszeitgestaltung.pdf
    Wir Working Moms müssen zusammenhalten und unsere Rechte einfordern.
    Liebe Grüsse
    Michèle

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