Sleepless – oder von Eulen und Lerchen

Dieser Artikel fällt ebenfalls in die Kategorie: “Ich bin so müde, dass..“. Nicht nur, dass der Babybruder nach wie vor ein schlechter Schläfer ist. Nein, dazu kommt noch, dass meine Kinder absolut schlafinkompatibel sind. Kennt ihr die Lerchen und Eulen-Theorie? Lerchen singen schon am frühen Morgen wunderbare Lieder, während Eulen sich erst in der Dunkelheit aus ihrer Höhle trauen.

Eulenkind und Eulenmama

Prinzipiell geht es um Morgenmenschen und Langschläfer. Und dass das wohl irgendwie in unseren Genen steckt. Leider sind die Lerche- und Eulen-Fraktionen in dieser Familie gleich stark. Nur so als Spoiler: Ab und an verfluche ich mich dafür, mich mit einem Lerchen-Menschen fortgepflanzt zu haben.

Klein C. war schon immer eine Eule. Mein Mutterschaftsurlaub war für mich als Eulenmama ein Traum. Regelmässig schliefen Mini C. und ich bis 9.30 Uhr. Ich kam noch selten in meinem Leben zu so viel Schlaf. Als C. älter wurde, ging sie auch früher ins Bett. Trotzdem liess sie mich noch bis 8:30 Uhr schlafen – was ich als sehr human empfand.

Und dann kam der Babybruder. Habe ich schon mal erwähnt, dass er seit Geburt schlecht schläft? Aber das ist ein anderes Thema… als sich im Alter von 4 Monaten so etwas wie ein Schlafrhythmus einzuspielen begann, merkte ich bald: Der Bub kommt nach Papa!

Und dann grüsst der Morgenmensch…

Freudestrahlend hechelt und plappert es seither jeden Morgen um sechs Uhr aus dem Bettchen heraus. Steht auf, versucht, Mama oder die Schwester (natürlich beide noch im Koma) an den Haaren zu ziehen, über sie hinüber zu klettern. Natürlich nur, um punkt 8:30 Uhr wieder todmüde zu sein und wieder ein Nickerchen zu machen. Im Tragetuch, versteht sich. Das Bett ist schliesslich dem Nachtschlaf vorbehalten.

Nun denkt ihr, um 6 Uhr aufstehen ist ja nicht so schlimm. Man gewöhnt sich daran, passt seinen Rhythmus entsprechend an. Soll heissen: Wenn auch die Eltern um 22 Uhr ins Bett gehen, kommen sie trotzdem auf 8 Stunden Schlaf. Das Problem: Klein C. hat nicht im Geringsten vor, sich dem Babybruder anzupassen. Besonders jetzt, im Sommer, wenn die Tage lang sind, bleibt C. problemlos bis 22 Uhr wach.

8 Stunden kinderfreie Zeit ist einfach zu wenig… Zudem hat sich C. zur Gewohnheit gemacht, am Morgen nur schlafen zu können, wenn jemand neben ihr liegt. Wenn ich mich also um 6 Uhr mit dem Babybruder aus dem Bett schleiche, wankt spätestens 30 Minuten später ein Kleinkind aus dem Schlafzimmer und schreit: “Mama, du musst mit mir ins Bettchen kommen.” Und lege ich mich zwischen die Kinder. Versuche, C. wieder in den Schlaf zu streicheln und den Babybruder daran zu hindern, über mich drüber auf seine Schwester zu klettern.

Meistens scheitere ich natürlich mit diesem Vorhaben und C. ist den Rest des Tages schlecht gelaunt. Immerhin gibt es einen Lichtblick: Der Babybruder hat letzte Nacht zum allerersten Mal durchgeschlafen. Und ich meine so richtig, 10 Stunden am Stück. C. hat mich zwar ein Mal geweckt, aber das sind Peanuts. Ich kann euch gar nicht sagen, wann ich mich das letzte Mal so erholt fühlte.




Deborah Lacourrege

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