Ich nähe… eine Bettschlange für den Babybruder

Ich weiss nicht, wie sich eure Kinder im Schlaf bewegen. Aber meine wälzen sich herum, setzen sich auf, lassen sich wieder fallen und schlafen selbstverständlich am liebsten quer. Bei Klein C. hatte ich deshalb die Bettschlange entdeckt. Und mir damals eine speziell schmale für das Babybettchen nähen lassen. Das Resultat waren deutlich ruhigere Nächte für alle Beteiligten.

Vor etwa zwei Monaten war es beim Babybruder soweit. Ich musste das Babybett an beiden Seiten schliessen, da er mir immer – und zwar in Sekundenschnelle – herauskletterte. Und warf er sich im Schlaf herum, als wäre er ein Judoka. Nur dieses Mal wollte ich die Bettschlange selber nähen. Ich bin ja seit kurzem stolze Besitzerin der Bernina Overlock L450. Ich schaute mir ein Video auf Youtube an. Easy, dachte ich mir. Sogar für Anfänger machbar.

Total motiviert mass ich C.s Bettschlange aus und bestellte entsprechend Stoffe und Füllmaterial bei Les Petits Pieds. Füllmaterial habe ich übrigens genügend für zwei Bettschlangen bestellt. Irgendwie hatte ich mich da total verkalkuliert. Aber vielleicht mache ich ja irgendwann noch Kissen oder Stofftiere daraus…

Der mühsame Zuschnitt

Aber jetzt zurück zur Bettschlange. Ich nähte sie komplett ohne Schnittmuster. Einfach so, Handgelenk mal Pi. Beim geraden Teil war das eigentlich einfach. Nur: der symetrische Zuschnitt war eine langwierige und Langweilige Aufgabe. 9 Stück Stoff, alle genau gleich, optimalerweise so, dass die Muster gut zu sehen sind. Ich schnitt und schnitt und schnitt. Es schien kein Ende zu nehmen. Und Spass machte er mir als Linkshänder-Scheren-Legasthenikerin auch nicht wirklich.

Ziemlich vill Spass macht dann dafür das Zusammennähen. Zumindest, der gerade Teil. Einfach nur geradeaus. Mit der Overlock geht das extrem schnell. Falls ihr selber eine Bettschlange näht, denkt einfach daran, in der Mitte eine Wendeöffnung zu lassen.

Ziemlich ins Schwitzen gekommen, bin ich bei den Enden. Ich hatte sie wohl zu knapp zugeschnitten. Hier hätte ein Schnittmuster oder zumindest ein genaues Ausmessen wohl geholfen. Handgelenk mal Pi war definitiv nicht gut genug. Und so sind die Enden nicht richtig schön rund geworden. obwohl ich alles in sehr, sehr kleinen Stücken zusammengesteckt hatte.

Stopfen, Stopfen, Stopfen

Man könnte meinen, die Arbeit sei vollbracht, wenn man fertig genäht hat. Nicht so bei der Bettschlange. Da fängt die Arbeit erst richtig an. Und zwar mit Stopfen. Eine Bettschlange will gut gestopft sein. Und da ich mich für eine relativ schmale Variante entschieden habe, die nicht zu viel Platz im Babybett wegnehmen sollte, musste ich die Stopfwatte in sehr kleinen Portionen hineinstecken.

Eigentlich eine ziemlich medidative Arbeit. Hineinstopfen, drehen, kneten, nächste Portion hineinstopfen.Ich hab wohl ungefähr zwei Stunden damit vollbracht. War aber absolut in Ordnung, da es als Nebenbeschäftigung zu Netflix lief.

Zu Allerletzt musste ich die Wendeöffnung von Hand schliessen. Ich habe zwar recherchiert, glaube aber, das ist mit einer Overlock nicht machbar. Dafür bräuchte ich eine normale Nähmaschine. Und da merkte ich, weshalb ich Nähen als weniger spassig in Erinnerung hatte. Nun gut.. irgendwann war auch diese Arbeit vollendet und ich konnte die Schlange ins Bettchen des Babybruders legen.

Zwar nicht perfekt, dafür mit ganz viel Liebe und Schweiss selbstgemacht. Und ich war ziemlich stolz darauf.

*Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Bernina.

 

Deborah Lacourrege

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