Meine Grosse, du fehlst mir!

Viele von euch haben es mitbekommen, seit Winteranfang war es nicht leicht mit dem Babybruder. Er war fast immer krank, hatte oft Fieber. Er hat Probleme mit der Verdauung und der Gewichtszunahme, hatte ständige Bauchschmerzen, ass zwischenzeitlich nicht mehr. Und dann war da noch das ganze Drama im Oman, mit dem Erbrechen und den Krampfanfällen. Kurz gesagt: Der Babybruder ist unser Sorgenkind. Zudem vermuten wir, dass er relativ highneed ist. Er schlief sehr lange schlecht, weint schnell, hat eine tiefe Frustrationstoleranz und versucht auf alle zu klettern – egal wie hoch. Das Resultat? Er bekommt sehr viel Aufmerksamkeit. Und Klein C. sehr wenig.

Die Mehrkindeltern unter euch wissen es: Man kann seine Aufmerksamkeit unmöglich gerecht unter den Kindern aufteilen. Wer sie gerade dringender braucht, der bekommt sie. Und das ist bei uns meistens der Babybruder. Denn Klein C. ist ein ruhiges Mädchen, das sich stundenlang alleine mit ihren Sylvanians, Puppen, dem Tiptop oder ihrem Hörbert beschäftigen kann.

Dabei braucht sie ihre Mama doch auch!

Vor kurzem realisierte ich, wie oft ich Klein C. eigentlich auf später vertröstete. Oder auch irgendwann. Weil der Babybruder gerade mal wieder essen brauchte, ein frische Windel, ein Bad oder einfach nur in den Mittagsschlaf getragen werden wollte. Und ich realisierte auch, dass Klein C. durchaus viele Bedürfnisse hat und ihre Mama ganz dringend braucht. Nur teilt sie dies eben  nicht so lautstark mit wie ihr Bruder.

Diese Erkenntnis brach mir das Herz. Zuvor lebte ich tatsächlich in einer Blase, in der ich glaubte, dass Klein C. halt ein Papamädchen sei und von ihrer Mama nicht viel wissen wollte. Es tat zwar weh, ich hatte mich mit der Situation allerdings abgefunden. Immerhin hatte ich ja noch ein Kind, dass sehr, sehr, sehr stark auf mich fixiert war.

Endlich mehr Mutter-Tochter-Zeit

Und so beschloss ich, mir die Mutter-Tochter-Zeit Stück für Stück zurück zu nehmen. Ich habe mir fest vorgenommen, mindestens ein Mal pro Monat einen Tag nur mit Klein C. zu verbringen. In diesem Monat waren es sogar schon zwei, wir waren im Zoo und auf dem Affenberg. Auch im Alltag versuche ich mehr auf ihre Wünsche einzugehen. Öfter mal in ihr Zimmer zu gehen und nachzufragen, was sie denn tut und ob sie etwas brauche. Ihrem Wunsch nachgehen, gemeinsam zu baden oder die Nägel zu lackieren, wenn der Babybruder im Bett ist – egal wie müde ich bin. Versuche, sie auch mal ein kleines Mädchen sein zu lassen, auch wenn ich ihre Hilfe sehr gut gebrauchen kann.

Und wisst ihr was, ich merke, wie sehr ich diese Mutter-Tochter-Zeit selber vermisst habe. Ich geniesse jede einzelne Sekunde alleine mit meinem grossen kleinen Mädchen.

Deborah

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