Schlafen bedürfnisorientiert – wie geht das?

Schlaf. Die unendliche Geschichte der Elternschaft. Ja, man munkelt es soll Kinder geben, die im Alter von wenigen Wochen im eigenen Zimmer durchschlafen. Ich kenne kein solches Kind. Eigentlich halte ich es sogar einen Mythos, den Kinderlose in die Welt gesetzt haben, um Eltern an den Rande des Wahnsinns zu treiben. Die Vorstellung, dass es da draussen Kinder gibt, die tatsächlich problemlos schlafen, ist für uns Mombies einfach nur grausam.

Ich habe bereits einige Beiträge zum Thema Schlaf geschrieben. In der Zwischenzeit hat sich bei uns an dieser Front einiges getan – im positiven, wie auch im negativen Sinne. Als Baby schlief Klein C. bekanntlich sehr gut, als Kleinkind weniger. Lange, sehr lange, schlief sie bei uns im Elternbett. Der Babybruder war von Anfang an ein schlechter Schläfer. Und ein sehr nähebedürftiges Kind dazu. Könnte man die Kinder unter diesen Umständen einfach alleine in ein Zimmer stecken? Sie kontrolliert schreien lassen, bis sie es irgendwann nicht mehr tun (wie es gewisse Schlaftrainings und Bücher empfehlen)? Könnte man theoretisch. Ich brachte es aber nie übers Mama-Herz, meine Kinder schreien zu lassen.

Wie Klein C. aus dem Elternbett auszog

Und so ist unsere Schlafsituation die Folgende: Als Klein C. im Alter von 3.5-Jahren auf ihren Wunsch hin ein Halbhoch-Bett mit Rutschbahn bekam, beschloss sie, aus unserem Zimmer auszuziehen. Zuvor schlief der Babybruder kurz alleine im Kinderzimmer, aber dazu komme ich später. Seither schläft sie nicht im, sondern unter dem Bett. Sie nennt den Ort auch ihre Einhornhöhle, denn ein Vorhang mit Einhorn- und Regenbogenmotiv trennt diesen Bereich vom restlichen Zimmer ab.

Selbstverständlich tut sie dies nicht alleine. Mama – oder meistens Papa – schlafen auf einer Matratze neben ihr. Sie hat schon versucht, alleine im Zimmer zu schlafen. Das hat aber noch nie geklappt, sie braucht unsere Nähe, unsere Sicherheit noch zu sehr. Und wir werden ihr diese geben, bis sie selbst entscheidet, sie nicht mehr zu brauchen.

Einmal ins eigene Zimmer – und zurück

Der Babybruder schlief irgendwann – er war wohl um die 16 Monate alt – plötzlich besser. Erwachte nur noch ein Mal pro Nacht. Also wagten wir den Versuch, ihn im eigenen Zimmer schlafen zu lassen. Wobei.. eigentlich schlief Mama immer auf einer Matratze neben ihm. Offiziell nur für die Umgewöhnungsphase. Aber wahrscheinlich auch, weil sie sich noch nicht von ihm trennen konnte. Dann kamen die ersten Krampfanfälle im Oman und das Thema „im eigenen Zimmer schlafen“ hatte sich erledigt. Wir stellten sein Bett wieder neben das Elternbett. Wir alle brauchten diese Sicherheit…

Erneut veränderte sich die Situation nach der zweiten Krampfepisode und dem einwöchigen Krankenhausaufenthalt. Schon im Spital wollte er nicht im Gitterbett schlafen. Also quetschten wir uns gemeinsam in das winzige Klappbett. Auch wenn ich so kaum zu Schlaf kam, genoss ich seine Nähe. Ich wusste, dass ich merken würde, wenn es ihm nicht gut ginge. Zuhause wollte der Babybruder nicht mehr im eigenen Bett schlafen. Und ich wollte das auch nicht. Anfangs legte ich jede Nacht meine Hand auf seinen Bauch um einen allfälligen Krampfanfall zu spüren.

Priorität Schlaf: Egal wie!

Zum Glück ist seither nichts mehr passiert. Die Schlafsituation bleibt: Papa mit Klein C. im Kinderzimmer. Mama mit dem Babybruder im Elternbett. Ganz nahe aneinander gekuschelt, oft sogar Kopf an Kopf. Es stimmt, nicht alle Bedürfnisse werden aktuell erfüllt. Mama und Papa würden auch gerne wieder nebeneinander schlafen. Aber im Moment ist diese Schlafsituation für uns die Bestmögliche. Nur schon, dass wir potentiell nur von einem Kind geweckt werden, tut viel für unsere Schlafqualität. Wir wissen, dass diese Situation nur temporär ist. Dass unsere Kinder uns irgendwann nicht mehr so fest brauchen werden. Und, dass wir diese Nähe, diese Geborgenheit irgendwann vermissen werden.

Und wisst ihr was? Klein C. schläft inzwischen die meisten Nächte durch und sogar beim Babybruder ist das schon vorgekommen…

Deborah

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