Später Kindergartenstart: Pro und Kontra

Der Kindergarten ist aktuell omnipräsent in Klein C.s Leben. Mindestens zwei Mal täglich wird unsere grosse Kleine gefragt, ob sie jetzt dann in den Kindergarten komme. Und mindestens drei Mal täglich erzählt sie uns, wie traurig sie sei, dass all ihre Kita-Freunde jetzt in den Kindergarten kämen – nur sie nicht.

Fakt ist: In der Stadt Zürich startet das neue Schuljahr nächste Woche. Und Klein C., die Anfang September geboren wurde, bleibt noch ein weiteres Jahr in der Kita.

Fakt ist ebenfalls: Klein C. ist gross für ihr Alter, schon ziemlich selbstständig und spricht sehr gut. Während sich andere Eltern mit dem Rückstellen beschäftigten, stellten wir uns die Frage, ob wir versuchen sollten, unser Mädchen bereits ein Jahr früher einzuschulen. Wir entschieden uns schlussendlich dagegen, was C. aktuell ziemlich unglücklich macht.

Eine schwere Entscheidung

Wo mir schon beim Pro wären. C. war schon immer ein Kind, das sich nach oben orientierte. Während andere Mädchen Babys lieben, fand sie grössere Kinder interessanter. Entsprechend waren all ihre Kita-Freunde älter als sie und kommen spätestens jetzt in den Kindergarten. Laut C.s Empfinden ist die Kita für Babys und der Kindergarten für grosse Mädchen – was sie ja schliesslich ist. Oder zumindest sein will.

Gleichzeitig fragte ich mich, ob C. als eine der Ältesten ihres Jahrgangs auf Dauer nicht unterfordert sein wird. Sie ist wahnsinnig lernbegierig, liest Zahlen und beginnt nun auch Buchstaben zu lesen. Wenn ich mir deutlich jüngere Kinder anschaue, die trotzdem nächstes Jahr in C.s Klasse sein werden, weiss ich nicht, wie das harmonieren soll.

Vielleicht spielt da meine persönliche Erfahrung rein: Ich verpasste den Stichtag wegen 14 Tagen, eine frühere Einschulung war damals nicht möglich. Ich langweilte mich in der Schule, übersprang schliesslich eine Klasse. Was natürlich zu ganz schlimmem Mobbing führte. Das will ich meinen Kindern ersparen.

Weshalb C. noch nicht in den Kindergarten geht

Trotzdem haben wir uns gegen ein entsprechendes Gesuch entschieden. Das hat zu einem grossen Teil egoistische Gründe. Für uns Eltern bedeutet der Kindergarten an einen starren Stundenplan und Schulferien gebunden zu sein. Nur schon ein spontaner Besuch im Zoo oder ein Tag in der Badi wären nur noch in den 13 Wochen Ferien möglich. Ich gebe zu, ich geniesse die Ausflüge mit meinen Kindern sehr.

Gleichzeitig glauben wir auch, dass C. von einem weiteren Jahr in der Kita profitiert. Sie kann in ihrem ganz eigenen Tempo selbständig werden, sich weiterhin emotional so entwickeln, wie sie möchte – ohne plötzlich unter Druck alles müssen zu können. Ja, eine gewisse Unterforderung wird da sein. Aber C. weiss schon sehr genau, wie sie sich selber fördern möchte: Sie will schwimmen lernen und einen Schlittschuhkurs besuchen. Auch die Gartenspielgruppe ist für unser botanikbegeistertes Mädchen eine Option.

Noch sind nicht alle Türen geschlossen, was die Einschulung betrifft: Es ist möglich, C. ein Jahr früher zur Schule zu schicken, falls sie tatsächlich stark unterfordert sein sollte. Das wird sich später zeigen. Und ja, C. selbst wird da auch ein Wörtchen mitzureden haben.

Deborah

1 Comment

  1. Antworten

    Brigitte

    15. August 2019

    Wir haben auch ein September-Kind welcher diese Woche in den 2. Kindsgi gestartet ist. Früher in den Kindsgi war für uns kein Thema, das würde meines Wissens auch gar nicht erlaubt. Klassen überspringen auch nicht. Verstehe aber dass man sich Gedanken dazu macht.
    Man merkt dass die Kinder die im 1. Schulhalbjahr geboren wurden in der Regel deutlich weiter sind wie die vom 2. Halbjahr (und dann gibts noch Unterschiede ob es grosse/kleine Geschwisterte sind). Darum stellen viele ihre kleineren Kinder zurück. Oder wie in seinem KiGa dass Kinder dann 3 Jahre in den Kindsgi gehen weil sie noch nicht so weit sind.
    Was wir schätzten im letzten Jahr vor dem Kindsgi war ein Aufbau mit immer mehr Fix-Programm mit andern Kindern/ohne Mama. Er war zuerst 1 Jahr lang 1 Morgen wöchentlich in der Spielgruppe. Dann ein halbes Jahr 2 Morgen im Vor-Kindergarten, im letzten halben Jahr 3 Morgen Vorkindsgi (ist etwas Spezielles bei uns, ähnlich wie Spielgruppe – aber nur für Kinder im Jahr vor Kindsgi-Alter). Daneben waren meine Söhne noch 1-2 Tage/Woche fremdbetreut während ich arbeitete. Und so war ihm schlussendlich in jenem Jahr nicht langweilig und er war gut gerüstet für den Kindgsi-Start. Weil das hört man tatsächlich oft, dass es den Kindern dann ziemlich langweilig ist bis es endlich los geht.
    Mein Sohn hat sich dafür immer an den grossen Kindergärtnern orientiert, vor allem mit ihnen gespielt und abgemacht – und die sind jetzt alle in der 1. Klass. Er muss sich zuest an die kleinen Kleinen und seine Rolle als „Grosser“ gewöhnen 😉
    Alles Gute einewäg euch!

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