2019 – es war nicht schön mit dir

2019 – es ist mein Ernst: Ich bin nicht traurig, wenn wir miteinander abgeschlossen haben. Auch wenn du uns in diesem Jahr eine wichtige Lektion erteilt hast: Nämlich, dass Gesundheit das allerwichtigste Gut ist. Nur allzu oft nehmen wir als junge Menschen diese für selbstverständlich. Ist sie aber leider nicht, wie wir schmerzhaft lernen mussten. Mit der Gesundheit hatten wir es in diesem Jahr alle nicht so.

Von Januar bis September war der Babybruder praktisch ununterbrochen krank – hatte wöchentlich Fieber, kontinuierliche Bauchprobleme und dann, ja dann, waren diese beiden Krankenhausepisoden mit Krampfanfällen. Zuerst im März im Oman, dann im April zurück in Zürich. Die Bilder, wie sich die Ärzte gegenseitig anschrieen, weil der Babybruder nicht aufhörte zu krampfen, wie sie mein Baby beatmen mussten, weil die Sauerstoffsättigung sank und sank, wie mein kleiner Sohn stundenlang vor Schmerzen schrie… sie brannten sich in mein Gedächtnis ein. Wahrscheinlich für immer.

Und ja, auch die anderen Familienmitglieder strotzten nicht vor Gesundheit. Es wäre ja nicht so, dass die Viren einen Bogen um bereits angeschlagene Familienmitglieder machen würden. Natürlich litten wir alle auch an Erkältungen, der Grippe, Kieferhöhlen- und Ohrenentzündungen, Noro- und Rotavirus. Besonders mein grosses Mädchen, das in ihrem Leben bisher zwei Mal Fieber hatte, machte mir in diesem Jahr grosse Sorgen. Auch sie fieberte über 40 Grad. Auch mit ihr war ich öfter beim Kinderarzt. Und auch sie musste Antibiotika nehmen.

Was 2019 mit uns gemacht hat

Was diese Erfahrungen mit uns gemacht haben? Zum einen sind wir erschöpft, traumatisiert. Wir waren seit März, seit Oman, nicht mehr wirklich in den Ferien, hatten nicht mehr längere Zeit frei. Zu gross war die Angst, dass wieder etwas passieren könnte. Nun stehen wir vor der Planung einer nächsten grossen Reise. Sind zögerlich, es braucht grosse Überwindung. Aber wir wissen, dass es nötig ist, um dieses Trauma zu überwinden. Wir wissen auch, dass wir irgendwann unsere Abneigung gegenüber Spitälern überwinden werden…

Zum anderen hat es uns als Familie und als Paar zusammen geschweisst, hat uns stärker gemacht. Wir wissen nun einmal mehr, dass unsere Beziehung auch Extremsituationen übersteht, dass wir nicht zu Unrecht in guten und in schlechten Zeiten ja zueinander gesagt hat. Wir wissen, dass wir ein unglaublich gutes Team sind, schätzen den andern aber auch als Partner, als Liebe unseres Lebens, umso mehr. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass wir im neuen Jahr auch mehr Paarzeit haben. Aber wir sind optimistisch eingestellt, was das betrifft…

Ein besseres Geschwisterverhältnis

Es gab aber auch einige zauberhafte, ja fast unglaubliche Dinge, die uns im 2019 widerfuhren. So paradox es klingen mag: Seit der Babybruder zum ersten Mal im Spital war, hat sich das Verhältnis zwischen unseren beiden Kindern massiv verbessert. War der Babybruder für Klein C. vorher die Wurzel allen Übels (er hat sie ja schliesslich enttrohnt), sieht sie ihn inzwischen als vollwertiges Mitglied dieser Familie – mit dem man wunderbar spielen aber natürlich noch besser streiten kann. Es scheint, als wäre für C. dieses einschneidende Erlebnis nötig gewesen, um zu realisieren, dass der Babybruder eben auch plötzlich nicht mehr da sein könnte. Und, dass das gar nicht toll wäre.

Zudem hat sich an der Schlaf– und Schreifront einiges getan. Seit wenigen Monaten schläft der Babybruder meistens durch. Vorausgesetzt er ist nicht krank. Was zwar immer noch oft der Fall ist, aber wenigstens ist er nicht mehr so krank, dass wir ununterbrochen bei der Kinderärztin sind.

Auch der Schreipegel ist mit den zunehmenden sprachlichen Fähigkeiten des Babybruders kontinuierlich gesunken (er hat tatsächlich kurz vor seinem zweiten Geburtstag angefangen  zu sprechen). Ja, es gibt immer noch Tage, an denen ich mir einen Pamir wünschte. Aber dann gibt es auch Tage, an denen die Kinder ganz friedlich und selbstständig spielen… und ich mir nur denke: „Ach, sind sie gross geworden!“

Mit diesem Beitrag verabschieden wir uns hier auf dem Blog für dieses Jahr und machen unsere wohlverdiente Weihnachtspause. Auf Facebook und Instagram werdet ihr aber sicherlich noch ab und zu von uns lesen.

PS: Das bezaubernde Beitragsbild entstammt unserem Familienshooting mit Corinne Chollet Fotografie.




Deborah

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