Ascona – Locarno – Vaiarano: Unser Ausflug an den Lago Maggiore

Unser langes Wochenende im Tessin ist mittlerweile Tradition. Schon zum dritten Mal hat uns Ticino Turismo auf eine Pressereise* in den Süden eingeladen.

Vor zwei Jahren erlebten wir während eines Besuchs im Swissminiatur nostalgische Flashbacks in unsere eigene Kindheit und letztes Jahr bestaunten wir die Brissago Inseln.

Wie immer reisten wir mit anderen Familienbloggern zusammen mit dem Zug in Richtung Bellinzona. Klein C. freute sich wahnsinnig fest auf die schönen Blumen und das Glacé, respektive Gelato, im Tessin. Für den Babybruder ist im Moment eh jede Zugfahrt ein Highlight. Weil es sich ja eben um einen Zug handelt.

Familien Willkommen – Hotel La Campagnola San Nazzaro

In Bellinzona stiegen wir in die S-Bahn Richtung Cadenazzo und San Nazzaro um. Dort wartete der kostenlose Shuttle Bus des Hotel La Campagnola auf uns. Das Hotel wäre auch gut mit dem Postauto erreichbar, so war es aber dann doch etwas bequemer nach zweieinhalb Stunden im ÖV – besonders mit Maske. Das Familienhotel liegt wunderschön über dem Lago Maggiore am Monte Gambarogno.

Wir hatten gerade noch Zeit für einen Sonnenuntergangsspaziergang durch die Hotelanlage. Klein C. und der Babybruder konnten sich nicht so recht entscheiden, was ihnen am besten gefiel. Die beiden grossen Pools? Der Spielplatz? Der Minigolfplatz? Die Esel und Hasen (die Hühner holte sich leider der Fuchs)? Oder doch das grosse Trampolin?

Zum Schluss war es das 28 Grad warme Babyplanschbecken. Von einer Sekunde auf die andere lagen beide Kindern mit Kleidung im Wasser. Da hörten wir schon die Stimme des Hotelbesitzers. Wir rechneten mit einer Belehrung – schliesslich planscht man ja nicht mit Kleidung im Pool. Weit gefehlt: Stefano Zoppè, der das Hotel zusammen mit seiner Frau Nicole seit fast 20 Jahren führt, hiess uns ganz herzlich willkommen und gab uns einen kurzen Überblick über das Hotel und das Programm.

Wir durften in einem neu renovierten Familien-Apartment mit Küche, zwei Schlafzimmern und Blick auf den Lago Maggiore übernachten. Klein C. freute sich besonders darüber, dass das Sandmännchen jeden Abend eine neue Gutenachtgeschichte in den Briefkasten legte.

Der Zitronenraub zu Gambarogno und Dolce Vita im Mini Lido

Der Samstag sollte ein gemütlicher Tag werden. Ursprünglich hätte diese Reise im Frühling stattfinden sollen. Der perfekte Zeitpunkt für einen Ausflug in einen botanischen Garten. Klein C. liebt Blumen über alles. Doch wegen Corona konnten wir erst Anfang Juli ins Tessin, da war die Blütenzeit schon zum grössten Teil vorbei.

Wir liessen uns den kurzen Spaziergang zum botanischen Garten von Gamabrogno trotzdem nicht nehmen. Verschlungene Pfade führen durch 17’000 Quadratmeter Garten, vorbei an hunderten Arten von Kamelien, Magnolien und Pfingstrosen. Ein Paradies für Pflanzenliebhaber.

Unsere Kinder sahen das leider etwas anders: «Mama! Meine Füsse sind müde! Papa! Ich will ein Glacé! Können wir endlich gehen?! Ich will baden! Kannst du mich tragen? Mir ist heiss!»

Die grosse Orangerie mit all ihren Zitrusfrüchten beeindruckte dann aber doch. Eine am Boden liegende Zitrone (die wohl am besten riechende Zitrone, die ich je in der Hand hatte) fand den Weg in unsere Tasche. Klein C. nennt uns jetzt noch «Zitronenräuber». Wir hoffen die Familie Eisenhut, die den Parco Botanico führt, möge uns vergeben.

Nach dem Mittagessen («Pasta!») auf der Hotelterrasse fuhr uns der Hoteldirektor Stefano herunter an den See ins Mini Lido von San Nazzaro. Das Mini Lido ist eine kostenlose Badi mit Restaurant, grosser Liegewiese und Sandstrand. Schirme, Liegestühle und Spielsachen dürfen kostenlos benutzt werden. Hier treffen sich die Locals und Touristen ungezwungen beim Baden und Relaxen. Wir fühlten uns wie in unserer Stammbadi – ein echter Geheimtipp! Den Rest des Tages liessen wir gemütlich am Hotelpool ausklingen.

Mit dem Ticino Ticket auf Schatzsuche in Ascona

Am Sonntag wollten wir dann ganz klassisch nach Ascona. Geplant war, ab Tenero mit dem Velo dem See entlang zu fahren. Die Velos waren bei rent a bike bereits gemietet. Leider machte uns die SBB einen Strich durch die Rechnung: Unsere S-Bahn fiel aus und den Bahnersatz fanden wir leider nicht schnell genug. Das Resultat? Das Postauto liess uns ganz uncharmant am Strassenrand stehen. Wir mussten also improvisieren und fanden ein Postauto nach Magadino. Dort stiegen wir – Ticino Ticket sei dank – ins Schiff nach Locarno. Total entspannend ist eine Schifffahrt aber leider immer noch nicht, hat der Babybruder doch einen unbändigen Willen sich ins Wasser zu stürzen («Ich baden!»).

Wer in einem Tessiner Hotel, einer Jugendherberge oder auf einem Campingplatz übernachtet erhält kostenlos ein Ticino Ticket. Damit sind sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel gratis. Man kann also ganz spontan auch einmal seine Reisepläne ändern. Für die Velotour reichte es leider trotzdem nicht.

Von Locarno fuhren wir mit dem Bus nach Ascona. Vom Bus aus entdeckte der Babybruder eine grosse Dinsoaurierausstellung, die leider zum Zeitpunkt unserer Reise erst im Aufbau war.

Im Gegensatz zu vielen Deutschschweizern waren wir beide seit unserer Kindheit nicht mehr in Ascona. Das historische Städtchen ist auch in echt so schön, wie es auf den Fotos aussieht. Und was gibt es Besseres, um eine neue Stadt zu entdecken als eine Schnitzeljagd?

Es gilt an 11 Orten verteilt in ganz Ascona Fragen zu beantworten. Die Distanzen zwischen den einzelnen Posten sind absolut kindgerecht und auch die Frage sind so konzipiert, dass C. sie mit ihren fast fünf Jahren gut beantworten konnte.  So macht der Stadtbummel auch den Kindern Spass. Zwischendurch haben wir natürlich noch ganz klassisch unter Palmen Pasta, Pizza und Gelati gegessen. Das gehört schliesslich auch zu einem Ausflug ins Tessin!

Auf dem Nachhauseweg gab es leider wieder Probleme mit der SBB (Stichwort Bahnersatz). Doch schlussendlich schafften wir es auf den Zug in Richtung Zürich und wir fuhren mit vielen Eindrücken, einer ausgefüllten Schatzkarten und ganz viel Rapelli Salami im Gepäck zurück in die Deutschschweiz.

Vor dem Einschlafen murmelte Klein C. noch: «Papa, es war so schön im Tessin! Warum sind wir nicht länger geblieben?»

Zusammen mit uns im Tessin waren die folgenden Blogger-Familien

 

* Auf diese Reise wurden wir von Ticino Turismo eingeladen. Vielen Dank dafür!
Reisespesen, Eintritte, Übernachtung & Verpflegung wurden bezahlt. Der Text spiegelt aber unsere ehrliche und eigene Meinung wieder.

 

 

Deborah

2 Comments

  1. Antworten

    Ifenkwe

    17. Juli 2020

    Ja wir würden uns auch gerne als Test Familie zur Verfügung stellen 😉

  2. Antworten

    Motard Suisse

    14. September 2020

    Merci pour cet article avec de jolis coins à visiter.

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