Entlang der Limmat – oder das Ende des Kinderwagens

Unsere Kinderwagenzeit neigt sich langsam, aber sicher dem Ende zu. Der Babybruder – der ja eigentlich kein Baby mehr ist, wie er immer wieder betont – verzichtet je länger denn mehr auf sein Wägeli. Respektive er sieht den Kinderwagen weniger als Transportmittel, sondern als Klettergerüst. Ich wusste ja gar nicht, wie akrobatisch man herum gefahren werden kann. C. war (und ist nach wie vor) schon immer etwas lauffauler als ihr Bruder. Sie schätzt unseren Stokke BEAT auch mit fast 5 Jahren noch als bequeme Mitfahrgelegenheit. Natürlich nicht sitzend im Wagen, sondern auf der Hinterachse stehend. Ich glaube nicht, dass die norwegischen Ingenieure dies so vorgesehen haben (es entspricht sicher auch nicht den offiziellen Sicherheitsrichtlinien), aber so lässt sich auch ein grosses Kind problemlos mitnehmen. Ganz ohne diese Anhänge-Brettchen, über die man meist eh nur stolpert (das original Stokke Geschwisterboard haben wir bis jetzt nicht getestet). Neben der Wendigkeit und dem vielen Platz auf kleiner Fläche ein weiterer Bonuspunkt für den Stokke BEAT.

Doch bevor wir uns in nicht allzu ferner Zukunft vom Stokke BEAT verabschieden werden, nehme ich euch auf einen letzten Kinderwagenspaziergang durch Zürich mit. Wir waren ja bereits in Zürich-West unterwegs, und haben euch Orte gezeigt, an denen ihr im Winter warm, bzw im Sommer trocken bleibt. Dieses Mal spazieren wir vom Hauptbahnhof der Limmat entlang bis zur Werdinsel. Fünfeinhalb Kilometer. Alles ganz entspannt mit dem Kinderwagen.

Vom Platzspitz via Letten zum GZ Wipkingen

Der Platzspitz, nur ein Katzensprung vom Hauptbahnhof beim Landesmusuem, erreichte Anfang der 1990er Jahre weltweite, traurige Berühmtheit als «Needle Park». Als der Park 1992 geschlossen wurde, verlagerte sich die offene Drogenszene für die nächsten drei Jahre an den Bahnhof Letten. 15 Jahre später erinnert zum Glück nichts mehr an die tragischen Szenen von damals. Im Gegenteil, der Park, und auch das ehemalige Bahnhofsareal sind ein wunderschöner Ort, an dem man sich trifft.

Vom Landesmuseum spazieren wir also gemütlich durch den Park in Richtung Zusammenfluss von Limmat und Sihl. Von dort führt der Weg, der überall perfekt kinderwagentauglich ist, über die Brücke und stadtauswärts der Limmat entlang. Blumen und Wildbienen haben sich längst das alte Bahntrassee zurückerobert.

Das «Flussbad Oberer Letten» ist für kleine Kinder nicht zum Baden geeignet. Zu tief das Wasser und zu stark die Strömung. Das Klischee, dass es hier vor allem ums sehen und gesehen werden geht, bestätigt sich zum Teil. Unterhaltsam ist es alleweil. Ein paar Meter weiter, ganz in der Nähe des alten Bahnhofsgebäudes, ist der ideale Ort für einen Apéro. Das «Stazione Paradiso» ist eine Bar in einem ausrangierten Berliner S-Bahn Wagen. Die Location ist toll, die Drinks gut und die Kinder bekommen gratis Sirup. Was willl man mehr?

Keine fünf Minuten weiter, geht es am Flussbad «Unterer Letten» vorbei. Wie beim Oberen Letten können Kleinkinder hier nicht im Fluss baden, doch hier hat es zusätzlich noch einen grossen Swimmingpool und ein Kinderplanschbecken. Und im Gegensatz zu den Seebadis ist der Eintritt kostenlos.

Weiter geht es unter der Hardbrücke hindurch zum GZ Wipkingen. Wie alle Gemeinschaftszentren der Stadt Zürich, gibt es hier ein grosses Angebot für Kinder – einen Spielplatz, Brunnen und sogar einen Kinder-Bauernhof.

Weiter zum Wasserspielplatz Hardhof & Werdinsel

Die meisten von euch kennen die Werdinsel. Umgeben von der Limmat und einem Badekanal kann man hier in der Sonne liegen, etwas essen und ganz einfach das Leben geniessen. Für Kleinkinder gibt es ein (eiskaltes) Planschbecken.  Die Werdinsel ist auch das Ziel unseres Spazierganges – der vom Hauptbahnhof bis zur Werdinsel ca 5,5 Kilometer lang ist.

Kurz vor der Werdinsel, befindet sich der Wasserspielplatz Hardhof. Zwischen Tramhaltestelle «Hardhof», einem charmant-rustikalem Restaurant (mit den wohl günstigsten Glacés der Stadt) und Tennisplätzen befindet sich ein toller Wasserspielplatz. Hier gibt es alles was das (Kleinkind)Herz begehrt. Ein Kanalsystem, in dem man das Wasser umleiten und Stauen kann. Pumpen, Wasserräder, Brunnen, und vieles mehr. Wir sind oft dort – und meist fast alleine. Der Wasserspielplatz ist unser ganz persönlicher Geheimtipp.

Die genaue Route findet ihr übrigens hier.

Von der Werdinsel könnt ihr gemütlich mit dem Tram (Haltestelle Tüffenwies) zurück in die Stadt fahren, oder zu Fuss zum Bahnhof Altstetten (ca 1 Kilometer).
Wer noch mag, kann natürlich auch noch viel länger der Limmat entlang laufen. Zum Beispiel bis zum Kloster Fahr. Das haben wir dann aber doch lieber als Velotour gemacht.

* Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Stokke.

Deborah

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