Unser erstes Mal Mehr-Generationen-Ferien – im Tirol

Mehr-Generationen-Ferien: Eigentlich hatten wir diesen Gedanken schon lange im Hinterkopf. Das Konzept schien uns sehr verlockend. Endlich mal Erwachsenen-Dinge während unserer Ferien tun – Oma sei dank. Und natürlich wäre es auch für die Grosseltern toll, weil sie mehr Quality Time mit den Enkeln verbringen können. So zumindest die Theorie, aber mehr dazu später.

Auf jeden Fall schien uns die Einladung für eine Pressereise ins Familien Landhotel Stern der ideale Anlass dafür, dieses Konzept auszuprobieren. Zumal der Papa eh nicht mitkommen konnte. Also wurde die Oma gefragt und die war – wie bereits erwartet – ebenfalls begeistert von der Idee.

Also bestiegen wir an einem sehr heissen Wochentag im August den Railjet in Richtung Innsbuck. Das Landhotel Stern liegt in Tirol auf dem Mieminger Plateau. Diese Hochebene ist etwa eine 30-Minuten-Autofahrt von der Hauptstadt des Bundeslandes entfernt. Wir wurden dort mit einem Elektro-Bus abgeholt – alles Teil der Öko-Strategie, die das Familienhotel bereits seit über einem Jahrzehnt verfolgt.

Bauernhof, Spielplatz, Garten – alles was Kinder brauchen

Der erste Eindruck? Die Gegend ist pittoresk. Obsteig liegt zwar auf fast 1000 Metern Höhe, trotzdem ist das Klima sehr mild und warm. Grüne Wiesen, wundervolle Lärchen-Wälder. Nicht die übliche Enge eines Tales. Das „Sonnenplateau“ macht seinem Namen alle Ehre. Ein Ort, an dem wir uns wohlfühlen würden.

Das gleiche gilt für das Familien Landhotel Stern. Nur seine Lage in der Nähe der Hauptstrasse erinnert noch an das ursprüngliche Wirtshaus, dessen Zwecke hauptsächlich die Verköstigung der Reisenden war. Denn Obsteig liegt an einer wichtigen Transitstrasse, die Deutschland mit Österreich verbindet.

Doch die Strasse geht schnell in Vergessenheit. Denn neben der Terrasse des Wirtshauses liegt das Kernstück des Hotels – zumindest für mich. Eine grosse Wiese, die alles bietet, was Kinder zum Spielen und Eltern zum Entspannen brauchen. Eine Armada an Trottis und Laufvelos, ein grosser Spielplatz inkl. Wasser, ein Garten mit Brunnen so dass die Kinder die Pflanzen giessen können und dann natürlich C.s Highlight: Der Kinder-Bauernhof mit Hasen, Ziegen und vier Ponys. „Lisa, Marie, Sophie, Nannerl!“ C. weiss heute noch die Namen jedes einzelnen Ponys. Und für die Eltern? Da stehen Liegestühle und Tische, von denen man das Kind jederzeit im Blick hat. Und das Glas Wein ist auch sehr schnell nach draussen transportiert.

Mir war sehr schnell klar: Eigentlich hätte ich gerne mehr Zeit im Stern verbracht. Eine Woche sicherlich. Das Hotel und die Region bieten so viel für Kinder. Zu viel für drei Tage. Neben Kinderbetreuung bietet der Stern diverse Aktivitäten an: Ponyspaziergänge, Mountain- und E-Mountainbike-Verleih, Mundräuberspaziergänge, Larchbaden und vieles mehr.

Während unserer E-Mountainbike-Tour (das Hotel stellt auch Kinder-Velo-Anhänger) durften wir zudem das wundervolle öffentliche Schwimmbad mitten im Wald, eine grosse Modell-Eisenbahn und diverse Reiterhöfe entdecken. Ein Paradies für C. (Pferde!) und für den Babybruder (Züge!).

Ganz im Zeichen der CO2-Reduktion

Das Landhotel Stern nennt sich nicht umsonst auch Öko-Hotel. Bereits seit über einem Jahrzehnt setzt das Hotel auf CO2-Reduktion. Dies tut insbesondere, indem es auf lokale Produkte setzt. Viele Nahrungsmittel kommen aus der Region, jeder Gast erhält eine Emil-Trinkflasche aus Glas die er jederzeit an der Wasserbar (dort werden auf „Infused Waters“ angeboten) aufgefüllt werden kann, der Stromverbrauch wurde stark reduziert, auf dem Parkplatz steht eine „Tankstelle“ für Elektroautos.

Sogar bei den Baumaterialien setzt das Hotel auf lokale Produkte: Die Zimmer werden aktuell gerade mit Lärchenholz renoviert – aber halt immer nur so viele jährlich, wie gerade Holz vorhanden ist. Und auch bei der Anreise soll CO2-Reduziert werden: Um Anreiz für eine Anreise per ÖV zu schaffen, bietet der Stern sogar einen Gratis-Abholdienst von den Bahnhöfen Telfs-Pfaffenhofen und Ötztal. Zudem erhält jeder, der mit ÖV anreist 5 % Rabatt auf die Buchung. Mehr zum Engagement des Stern erfahrt ihr hier.

Gleichzeitig erfuhren wir auch die Grenzen der Mehr-Generationen-Ferien. Diese lagen wahrscheinlich hauptsächlich daran, dass sie eben doch nur zwei erwachsene Personen um zwei Kinder kümmern können. Und nicht vier, wie es wohl in der Theorie vorgesehen wäre. Denn es gab immer wieder Situationen, in denen beide Kinder die Mama brauchten. Unverhandelbar. Damit hielt sich die sehr gewünschte Erwachsenenzeit in engen Grenzen. Und auch die Oma war mal müde und brauchte eine Pause. Verständlich. Immerhin: Dank der genialen Location des Wirtshauses „Mit Butz und Stingl“ gleich neben dem Spielplatz, konnten die Oma und ich unser 3-Gänge-Menü und sogar den Wein, der direkt auf dem Plateau angebaut wird, in Ruhe geniessen.

*Für diesen Artikel wurden wir für ein langes Wochenende ins Familien Landhotel Stern eingeladen. Vielen Dank dafür, es war absolut zauberhaft.




Deborah

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