Singapur mit Kindern entdecken: die 10 besten Tipps

Singapur: mehr als nur ein Transit-Flughafen

Also, wenn es nach C. ginge, würde sie ja in Singapur leben. So ganzjährig. Aber lasst mich von Anfang an beginnen, wie es zur grossen Singapur-Liebe unserer Tochter kam. Während unserer ersten langen Reise nach Australien  mit Kind entschieden wir uns für einen mehrtägigen Stopover in Singapur. Zum einen taten wir dies sicher C. zuliebe, die damals 18 Monate alt war. Wir waren uns unsicher, wie sie den Langstreckenflug wegstecken würde. Diese Angst erwies sich übrigens als total unbegründet, C. flog, als hätte sie niemals etwas anderes getan (ob vielleicht mal eine Pilotin aus ihr wird?). Zum anderen wollten wir uns einfach mal die Stadt anschauen. Wir hatten beide nämlich schon viele Stunden am Flughafen im Transit verbracht (zugegebenermassen ein sehr schöner Flughafen), hatten es aber noch nie nach Singapur hinein geschafft.

Kaum im Hotel angekommen, wurde uns bewusst, dass Singapur sehr kinderfreundlich ist. Vom Concierge über den Kofferträger bis hin zur Rezeptionistin: alle waren von Klein C. begeisterten und spielten mit ihr. Sicherlich hatte es auch damit zu tun, dass unsere Tochter blond und blauäugig ist. Dies bestätigte sich auch bei unseren zweiten Aufenthalt in Singapur wieder. Wir waren erneut auf dem Weg nach Australien, C. inzwischen 4.5, L. 2.5 Jahre alt. Kinder werden im Inselstaat wie Könige behandelt. Alle schäkern und spielen mit ihnen. Als Familie mit kleinen Kindern muss man nirgendwo lange anstehen.

Singapur mit kleinen und grösseren Kindern: die 10 besten Tipps

Viele behaupten ja, man habe Singapur in einem Tag gesehen. Wir waren fünf Tage da. Und dann nochmal drei. Wir haben immer noch nicht alles gesehen – im Zoo zum Beispiel waren wir noch nicht. Liegt wahrscheinlich daran, dass wir mit unseren Kindern kein Akkord-Sightseeing machen wollten, sondern unseren Aufenthalt eher gemütlich angingen. Weil wir so viele tolle Eindrücke von Singapur mit nach Hause genommen haben, dass dieser Artikel viel zu lange werden würde, haben wir euch die wichtigsten Tipps und Ausflugsziele in einem kleinen Listicle zusammengefasst.

1. Pärke an jeder Ecke

Für eine Grossstadt ist Singapur wahnsinnig grün. An jeder Ecke findet ihr Pärke oder Grünflächen. Besonders sehenswert fanden wir die Orchideen-Ausstellung im botanischen Garten. Grössere Kinder finden die wahrscheinlich eher langweilig, für Klein C. fand es toll, herumzurennen und die bunten Blumen zu bestaunen. Beim zweiten Ausflug bestaunten wir dafür tausende Blumen in der Floral Fantasy Ausstellung im Gardens by the Bay.

Ein besonderes Highlight ist der Childrens Garden ebenfalls in den Gardens by the bay. Dies ist eine riesiger Wasserspielplatz für grössere und kleinere Kinder. Unsere beiden Kinder sind Fans des Spielplatzes. Dass es im Kiosk gleich nebenan Pommes Frites mit Chicken Nuggets gibt, hat sich auch geholfen. Das Spielplatz ist perfekt, in diesem feucht-heissen Klima. Eintritt ist übrigens frei. Und unbedingt an guten Sonnenschutz denken – Singapur liegt schliesslich ziemlich genau am Äquator.

2. Shopping Malls für die ganze Familie

Auch Shopping Malls sind für die Kinderunterhaltung nicht zu unterschätzen. Da gibt es Babywellnesszentren oder riesige Indoor-Spielplätze. Und alles ist natürlich klimatisiert. Nicht zu unterschätzen, bei 35 Grad, hoher Luftfeuchtigkeit und gelegentlichen tropischen Schauern. Einkaufszentren gibt es übrigens an jeder Ecke. Sie sind sozusagen das liebste Hobby, der Singapurianer.

3. Foodcourts: authentisch und günstig

Apropos Einkaufszentrum: dort könnt ihr auch gut und günstig essen. Im Untergeschoss befindet sich meist ein Foodcourt, wo ihr für wenige Franken der asiatischen Küche fröhnen könnt. Klein C. hat sich in diesen Tagen fast aussschliesslich von Dumplings ernährt: zum Glück hat es in den chinesischen Teigtaschen neben Fleisch auch ganz viel Gemüse. Genügend Hochsitze findet ihr auch immer. Bei unserem zweiten Aufenthalt haben wir immer im gleichen Hawker Center (im historischen Lau Pa Sat, auch bekannt als Telok Ayer Market) gegessen. Das ist die traditionelle Art der Singapurianer sich zu verköstigen. Eine Art Openair-Foodcourt mit Streetfood vom Feinsten. Und ja, unsere Kinder lieben zum Glück asiatisches Essen: Dumplings, Fried Noodles, Ente oder als Snack zwischendurch mal eine Frühlingsrolle. Unsere wählerischen Kinder sind in Singapur im 7. Himmel was Essen betrifft. C. meint, die Dumplings (also Teigtaschen) seien mit ein Grund, dass sie in Singapur leben möchte.

4. Tragen statt Wagen

Klar, mit einem Kinderwagen kommt man in Singapur auch durch. Irgendwo findet man immer einen Lift oder eine Rampe. Mit der Betonung auf irgendwo. Meist muss man damit grosse Umwege in Kauf nehmen. Wenn ihr also mögt, dann tragt eure Kinder. Nicht umsonst sieht man in Singapur wahnsinnig viele Tragemamas, -papas und -nannys.

5. Tagesausflug nach Sentosa Island

Die vorgelagerte Insel Sentosa wird oft auch als Disneyland Singapurs bezeichnet. Zurecht. Zwar ist Disney darauf nicht vertreten, dafür die Universalstudios. Bei unserem zweiten Aufenthalt wagten wir es in die Studios. Beide Kinder fanden es grossartig – auch wenn C. nun nachhaltig vom Film Madagaskar traumatisiert ist (aus irgendeinem Grund fand sie die Bahn gruselig). Für die grösseren gibt es auch einen Wasserpark, Ziplining und ein Madame Tussauds. Für die Kleineren wunderbare Strände (der Ozean ist sehr warm) und ein Aquarium. Wir brachten Klein C. aus dem Haifischtunnel fast nicht mehr heraus (Hai war auch eines ihrer ersten Wörter). Erreichen könnt ihr Sentosa mit der Luftseilbahn (geht mit Kinderwagen), mit dem Monorail oder mit dem Taxi. Vorsicht: an Wochenenden sind auch alle Locals unterwegs. Die klassischen Ausflugsziele besser unter der Woche besuchen.

6. Keine Scheu vor Fotos

Asiaten, ganz besonders Chinesen und Inder, lieben Kinder. Erst recht wenn diese blond und blauäugig sind. Immer wieder kam es vor, dass uns eine Reisegruppe umzingelte. Oder sich irgendwelche Chinesinnen Klein C. oder dann auch ihren Bruder schnappten und ausgiebige Fotosessions mit ihr machten. Wir sind uns sicher, dass Klein C. ein Star auf der chinesischen Facebook-Variante ist und wir in China viel Geld mit ihr verdienen könnten. Für uns war das in Ordnung, solange es für Klein C. in Ordnung war. Aber da unser Kind gerne im Mittelpunkt steht… Mama musste übrigens auch ziemlich oft mitposieren.

7. Taxi oder U-Bahn?

Die U-Bahn (MRT) in Singapur ist schnell und zuverlässig. Allerdings sind die Distanzen zwischen den Stationen relativ gross. Und mit Ticketpreisen um 1.50 Franken pro Person und Fahrt ist sie vergleichsmässig teuer. Denn Taxis sind in Singapur sehr günstig und dank App immer zur Stelle. Einen Kindersitz haben diese allerdings nicht. Es ist auch nicht vorgeschrieben, dass Kinder darin sitzen müssen. Falls ihr darauf wert legt, würde ich iche uch empfehlen, selber einen Autositz mitzunehmen. Zumindest für den Transport vom Flughafen in die Stadt. Die meisten Attraktionen in Singapur (alter botanischer Garten und Sentosa Island ausgenommen) sind auch bestens zu Fuss erreichbar.

8. Keine Angst vor dem Windeln wechseln

Wickeln ist in Singapur einiges einfacher als in der Schweiz. Wieso? Weil es praktisch überall separate Wickelräume („Family rooms“) gibt. In diesen gibt es auch bequeme Sitze fürs Stillen, heisses Wasser für den Schoppen und oft auch einzelne Windeln zu kaufen. Aber das allerbeste daran? Auch der Papa kann regelmässig Windeln wechseln.




9. Supermärkte wie in der Schweiz

Milchpulver und Windeln gibt es in Singapur in jedem Supermarkt. In grösseren „Cold Storage“ findet ihr auch Pampers und Aptamil. Die Preise sind mit unseren vergleichbar. Die Pampers-Windeln sind etwas anders angeschrieben. Wir gehen davon aus, dass es sich bei L um die Grösse 4 handelt. Leitungswasser kann in Singapur theoretisch getrunken werden. Es stinkt aber schrecklich nach Chlor. Für den Schoppen empfehle ich euch, eine grosse Flasche Wasser zu kaufen. Und ja, es gibt auch Evian in Singapur. Wasser ist sehr günstig und bekommt ihr rund um die Uhr in Seven Eleven (den es an jeder Strassenecke zu finden gibt)

10. Die Badehosen nicht vergessen

Achtet euch bei der Buchung darauf, dass das Hotel einen Pool hat. Bei diesem Klima – die Temperaturen sinken selten auf unter 30 Grad – seid ihr froh, wenn ihr euch mehrmals täglich abkühlen könnt. Wir waren bei unserem ersten Aufenthalt im Park Hotel Clark Quai. Dieses ist eher Business- als Kinderhotel. Wie wohl die meisten Hotels in Singapur. Es waren aber alle immer sehr charmant und wir bekamen mit Kind stets Vorzugsbehandlung. Die Gegend um Clark Quai ist übrigens wunderbar um Abends auszugehen. Tagsüber gibt es dort viele Aktivitäten für Kinder.

 

Diesen Artikel haben wir nach unserer ersten Reise 2017 publiziert und Anfang 2021 aktualisiert. Im Moment ist die Einreise nach Singapur aufgrund der Covid Einschränkungen nur eingeschränkt möglich, bitte informiert euch entsprechend!

 

Reisen nach Singapur: das wichtigste auf einen Blick

Insider Tipps Singapur *


Hinkommen:
Mit Singapore Airlines entspannt im A380 täglich ab Zürich. Bei uns: Hinflug am Tag, Rückflug in der Nacht.

Übernachten: Singapur bietet Übernachtungen für alle Budgets. Wer es luxuriös mag, übernachtet z.B. im Marina Bay Sands und geniesst die Aussicht über die Stadt vom berühmten Infinitypool auf dem Dach.

Weitere Ausflugstipps: neben Sentosa Island bieten sich viele weitere Ausflugsziele an, z.B. ein Besuch in Chinatown oder Little India, eine Flussfahrt auf dem Singapore River, die Gardens by the Bay oder ein Besuch im Night Zoo.

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Deborah

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