Weil das Herz nicht so leicht aufgibt

In letzter Zeit war es hier auf dem Blog etwas ruhiger als gewohnt. Das hatte seinen Grund. Eigentlich einen wundervollen. Oder eben nicht. Je nachdem aus welcher Perspektive man es sehen will. Ich litt die letzten drei Monate an schlimmer Schwangerschaftsübelkeit. Mal wieder. Deshalb will ich hier gar nicht genauer darauf eingehen, sondern einfach nur auf meinen letzten Artikel zum Thema Hyperemesis Gravidarum verlinken.

Wir versuchten uns zu überzeugen, dass zwei Kinder reichen

Was, wie bitte, Schwangerschaftsübelkeit? Aber die hatte mit ihrem Kinderwunsch doch, wenn auch schweren Herzens, abgeschlossen? Ja, richtig. Mit dem Kopf und ausserordentlich schweren Herzens. Um mich von der Richtigkeit dieser Entscheidung zu überzeugen, begann ich Babysachen und Schwangerschaftskleidung zu verkaufen und zu verschenken. Wenn man die süssen Sachen nicht mehr im Keller hat, wird man auch weniger in Versuchung gebracht. Und dann versuchten wir uns immer wieder an den Vorteilen zu erfreuen, die grössere Kinder so mit sich bringen. Mehr Selbstständigkeit, mehr Freiheit, kein Windelnwechseln, kein Kinderwagen.

Ohne Erfolg. Denn obwohl unser Kopf richtig harte Arbeit leistete, war da immer noch das Herz. Lange Zeit konnte es sich nicht durchsetzen. Es trat eine ganze Weile in den Hintergrund, doch es gab nie auf. Als C. in den Kindergarten kam, sah es seine Chance. Denn tatsächlich, die Besitzerin des Herzens hatte plötzlich wieder so viel mehr Kapazitäten. Das grosse Kind im Kindergarten. Das kleine Kind plötzlich unglaublich selbstständig. Beide Kinder, die sich morgens schrecklich vermissen und nachmittags unzertrennbar sind (und Mama deshalb nicht mehr sonderlich angesagt ist). Ja, das alles nahm das Herz zur Kenntnis und meldete es dem Kopf.




Und der Papa?

Da musste auch der Kopf einsehen, dass er seinen Entscheid überdenken musste. Wäre ein drittes Kind vielleicht doch keine schlechte Idee? Und dann passierte mit dem Kopf etwas, auf das Corona möglicherweise einen Einfluss hatte. Er definierte seine Prioritäten neu. Wäre verdichtetes Wohnen für einige Jahre denkbar? Ja, sicher. Könnten die Eltern auf vermeintlichen Luxus verzichten? Definitiv. Würde die Kopf-Besitzerin erneut für einige Jahre auf Schlaf verzichten können? Ja, das könnte sie.

Und so langsam setzte sich das Herz gegenüber dem Kopf durch. Ich war mir plötzlich sicher, dass ich es im Alter bereuen würde, keine drittes Kind gehabt zu haben. Ich war mir allerdings noch nicht sicher, wie das der Papa sehen würde. Schliesslich ist Familienplanung eine Sache, die Beide betrifft, bei der beide gleich viel zu sagen haben sollen. Also fragte ich ihn scherzhaft (mit ganz vielen Emojis) auf digitalem Weg nach Baby Nr. 3. Die Antwort war eindeutig: Zurück kamen ganz viele Herzen. Es stellte sich heraus, dass der Papa mit der Familienplanung auch noch nicht so ganz abgeschlossen hatte.

Deborah

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