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Ein kinderfreundliches Outdoor-Wochenende in Bellinzona

by Deborah

Bereits zum vierten Mal durften wir auf einer Pressereise von Ticino Turismo den Kanton auf der anderen Seite des Gotthards entdecken. Vor vier Jahren reisten wir nach Lugano, die letzten beiden Jahren  an den Lago Maggiore (nach Vairano und nach Brissago), jedes Mal war Bellinzona allerhöchstens Umsteigeort. Deshalb wollten wir dieses Jahr unbedingt Bellinzone entdecken. Leider musste Mama kurzfristig mit L. zu Hause bleiben, aus der Familienreise wurde ein Vater-Tochter-Ausflug. Zusammen mit drei anderen Bloggerfamilien machten wir uns auf den Weg. Wir hatten kaum Zeit uns über unsere Reise zu unterhalten, schon waren wir in Bellinzona. Die Reise ab Zürich dauert nur 1 Stunde und 37 Minuten. Sogar bis Lugano schafft man es dank dem Ceneri-Basistunnel in weniger als zwei Stunden. Doch dazu später mehr.

Hotel mit Aussicht

Leider meinte es Petrus nicht besonders gut mit uns. Und wenn es einmal regnet im Tessin, dann richtig. Zum Glück liegt das Hotel & Spa Internazionale direkt gegenüber des Bahnhofs. In unserem zweistöckiges Turmzimmer direkt unter dem Dach sorgten die Regentropfen für eine gemütliche Stimmung. C meinte, dass sie sich wie Rapunzel fühlte.

 

Das Hotel ist nicht explizit ein Familienhotel, trotzdem fühlten wir uns immer herzlichst willkommen. Es gibt spezielle Kindermenüs und einen Whirlpool im Spa Bereich (wegen Covid ist der Whirlpool leider bis auf Weiteres geschlossen).

Bellinzonas Burgen im Regen

Unser erstes Ziel waren die drei mittelalterlichen Burgen Bellinzonas. Artù, der kleine Zug, sollte uns gemütlich und vom Regen geschützt zur Burg Sasso Corbaro, 23o Meter oberhalb der Altstadt, bringen. Auf dem Weg zum Treffpunkt bestaunten wir ein paar Minuten zu lange die grösste Burg, das Castelgrande. Hier, wo bereits im Jahre 5’000 vor Christus erste Menschen lebten, und wo vor fast zweitausend Jahren die erste Befestigungsanlage entstand, warten heute viele tolle Attraktionen auf die Besucher. Es gibt einen Barfusspfad, ein Museum und sogar einen Escape Room. Für all dies hatten wir keine Zeit, aber auch von aussen war die Burg mehr als beeindruckend. C. glaubt, dass da irgendwo sicherlich auch ein Burgdrache im Keller haust.

Zu Fuss vom Castelgrande zum Castello di Montebello

Als wir dann endlich beim Treffpunkt waren, war der kleine Zug schon weg. Was tun? Den Bus nehmen? Natürlich nicht. Im strömenden Regen machten wir uns zu Fuss auf den Weg, hoch zur Burg Montebello. Von hier oben hat man einen wunderbaren Blick auf Bellinzona und die umliegende Ticino-Ebene. Genau deshalb wurden die Burgen von Bellinzona im 13. und 14. Jahrhundert übrigens gebaut. Bellinzona und die Burgen wechselten im Laufe der Jahrhunderte mehrmals die Besitzer. Mal herrschten die Schwaben, lange Zeit Adelsfamilien aus Mailand und erst ab 1503 die Eidgenossen.

A propos Geschichte: die ständige Ausstellung im Burggebäude bietet auch Kindern einen tollen Blick in die Geschichte der Burg und der Region von der Steinzeit bis zur Romantik. C. war total fasziniert von den Erklärvideos und den ausgestellten Fundstücken und Kleidern.

Castello di Sasso Corbaro

Sasso Corbaro, die letzte Burg auf unserem Programm, stammt aus dem Jahr 1479. An schönen Tagen soll man von hier bis zum Lago Maggiore sehen, wir konnten kaum unsere Nasenspitze sehen. So neblig, aber auch so mystisch war es. Das Burggebäude beherbergt regelmässig Ausstellungen. Aktuell gerade eine interaktive Ausstellung zum 500. Todestag von Raffaell dem bekannten Renaissance-Künstler. C. waren die monumentalen Bildern (Erzengel Michael erschlägt den Teufel in Drachenform) nicht immer ganz geheuer, trotzdem war sie unglaublich stolz, alle Hinweise der Schnitzeljagd für Kinder gefunden zu haben.

Als wir uns wieder auf den Rückweg machen wollten, stand Artù zur grossen Freude von C . auf dem Parkplatz. Der kleine Zug fuhr uns fast direkt vor unser Restaurant „Albergo Ristorante Croce Federale“ in der Altstadt. Calzone für Papa, Gnocchi für C. Wir können es nur empfehlen.

Mit der S-Bahn für ein Glacé nach Lugano

Die Burgen sind also auch bei Regen ein fixer Punkt auf dem Programm. Normalerweise wäre bei schlechtem Wetter auch ein Besuch im Splash & Spa Tamaro Wasserpark eine gute Wahl, dieses ist aber im Moment wegen Covid leider noch geschlossen.  Warum also nicht einfach mal nach Lugano fahren um ein Glacé am See zu essen? Ein Hauptgrund, warum sich C. jedes Mal wahnsinnig fest auf unsere Tessin-Reisen freut ist nämlich das Glacé, denn sie weiss:

 

„Die besten Glacés der Welt gibt es im Tessin! …und in Australien und in Singapur.“

 

Dank dem neuen Ceneri-Basistunnel ist Lugano quasi um die Ecke. Spontan von Bellinzona ins Swissminiatur? Kein Problem, dauert 27 Minuten. Die Trennung zwischen dem Sopraceneri (dem Teil des Tessins nördlich des Monte Ceneri – wo auch Bellinzona und Ascona-Locarno sind) und dem Sottoceneri (südlich davon mit Lugano und dem Mendrisiotto) ist plötzlich überwunden.

Zwanzig Minuten später stehen wir bereits in Lugano am See. Trotz strömendem Regens gibt es Glacé und eine Runde auf dem Karussell direkt am See. Wie jedes Mal wenn wir in Lugano sind. Unser Plan wäre es gewesen, durch den Parco Ciani am See entlang zum Grand Hotel Villa Castagnola zu spazieren. Dort haben wir übrigens letzten Herbst das Experiment „Kinder im 5 Stern Grand Hotel“ gewagt. Doch irgendwann war es auch C. zu nass, wir flüchteten zurück ins Rapunzel-Zimmer im Hotel Internazionale

Die tibetanische Hängebrücke Carasc bei Curzùtt

Es ist wirklich praktisch, wenn neben dem Hotel nicht nur die Züge halten, sondern auch alle Busse und Postautos. So konnten wir etwas länger schlafen.

Unser Ziel für den Sonntag waren die Kastanienwälder rund um das historische Dorf Curzùtt oberhalb von Bellinzona und eventuell eine kleine Wanderung bis zur tibetanischen Hängebrücke. Mit einer kleinen Seilbahn (die ihr unbedingt reservieren solltet) schwebten wir, bei endlich gutem Wetter, hoch in das restaurierte Dorf.

Wo früher hunderte Menschen wohnten, kann man heute übernachten, sehr gut essen und auf die Magadinoebene (und den Ceneri-Tunnel) herunter blicken. C. testete natürlich erstmals ausgiebig den schönen Abenteuerspielplatz, bevor wir zusammen die Wege kreuz und quer durch den Kastanienwald erkundeten. Bevor wir zur Brücke wandern wollten, spazierten wir zur Kirche San Bernardo. Wir zündeten, wie immer wenn wir in einer Kirche sind, ein Kerzchen an und bestaunten die wunderschönen Fresken. Ein freundlicher Guide erklärte uns die Geschichte der Kirche. Den Fakt, dass die Kirch fast 1’000 Jahre alt ist beeindruckte C. noch, den Rest der Ausführungen hörte sie sich dann aber nicht mehr an, sondern erforschte das Gebiet rund um die Kirche auf eigene Faust.

Und dann meldete sich plötzlich der Hunger: „Papa! Ich will essen!“. Zur Hängebrücke, über die wir uns wohl eh nicht getraut hätten, würde es uns also definitiv nicht mehr reichen.

 

 

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Hättet ihr euch getraut?

Ausserdem hatten wir einen Tisch im „Ristorante Ostello Curzùtt“ reserviert. Wie immer während unserer Reise enttäuschte uns das Essen nicht. Ganz im Gegenteil. Sonne im Gesicht, Tessiner Spezialitäten im Teller und Merlot im Glas für mich. Pasta mit Tomatensauce für C. Was will man mehr um ein perfektes Wochenende im Tessin ausklingen zu lassen.

 

Gut zu Wissen: das Ticino-Ticket

Wer im Tessin übernachtet, bekommt seit ein paar Jahren kostenlos das Ticino Ticket. Mit dem Ticket ist der ÖV im ganzen Kanton kostenlos und es gibt zahlreiche Vergünstigungen auf Bergbahnen, Schifffahrten und Attraktionen.

 

* Auf diese Reise wurden wir von Ticino Turismo eingeladen. Vielen Dank dafür!
Reisespesen, Eintritte, Übernachtung & Verpflegung wurden bezahlt. Der Text spiegelt aber unsere ehrliche und eigene Meinung wieder.

Schaut doch auch bei den anderen Bloggern die mit uns im Tessin waren rein:

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