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Unter der Nordwand: Familienwanderung Eigertrail

by Deborah

Der Tag beginnt mit perfektem Wanderwetter in Grindelwald. 24 Grad, blauer Himmel – bessere Bedingungen kann man sich kaum wünschen. Doch 15 Minuten und eine Fahrt mit der Eiger Express Gondelbahn erwartet uns oben beim Eigergletscher auf 2320 m ü. M. Höhe ganz anderes Wetter: dichte Nebelschwaden.

Alle Fotos (c) Nicole Schafer

Doch Grossbub und C freuen sich: sie können die Wolken mit den Händen berühren – ein Traum! Wir dagegen hoffen auf einen klareren Blick auf die legendäre Nordwand. Und tatsächlich: Kurz darauf reisst der Nebel auf und eröffnet eine magische Aussicht bis zum Jungfraujoch. Doch die Freude währt nur kurz – der Nebel kehrt zurück. Doch unsere Abenteuer geht erst richtig los.

Der Weg entlang der Eigernordwand

Die Wanderung auf dem gut markierten Eigertrail beginnt. Der Weg führt in sicherer Distanz, aber mit direkter Sicht auf die berühmteste Nordwand der Alpen. Die Dimensionen sind beeindruckend: 1’800 Meter geht es fast senkrecht hinfauf, bis hoch auf 3’967 Meter.  C und Grossbub sind fasziniert, auch wenn bunte Alpwiesen, glitzernde Steine und das Läuten der Kuhglocken immer wieder für Ablenkung sorgen. Grossbub träumt kurz davon, eines Tages den Eiger zu bezwingen – „aber lieber nicht über die Nordwand“, wie er meint.

Trotz einiger Höhenmeter (80 rauf, 783 runter) und steinigen Passagen zeigen die Kinder Ausdauer und beschweren sich kaum. Wir überlegen kurz ob wir aus dem eiskalten, klaren Bergbach trinken sollten, oder nicht (Nein, ihr solltet es nicht tun) und machen immer mal wieder Pause um etwas zu essen und die Aussicht zu geniessen. Denn der Nebel und die Wolken lichten sich immer wieder für ein paar Minuten.

Selbst internationale Wandergruppen bleiben stehen und bestaunen unsere wanderfreudigen Kinder. Wir sind unter der Woche unterwegs, bei nicht optimalem Wetter, es hat also nicht allzuviele Leute auf dem Weg. Je tiefer der Weg führt, desto bunter und lebendiger wird die Umgebung. Grashüpfer springen über den Pfad, Schmetterlinge flattern umher.

Bald ist das Ziel erreicht: die Alpiglen-Station auf 1616 Metern. Im charmanten Bergrestaurant erholen sich alle bei Glace aus Retro-Tierbechern – und plötzlich: Die Wolken reissen noch einmal auf und zeigen den Eiger in voller Pracht. Was für ein Abschluss!

📌 Gut zu wissen – Eigertrail für Familien
🗺️ Route Eigergletscher (2320 m) → Alpiglen (1616 m) über den Eigertrail
🕒 Dauer Ca. 2 Stunden –  mit Kindern deutlich länger, wir waren fast 5 Stunden unterwegs
📏 Distanz Etwa 6 km, 80 Höhenmeter bergauf, 783 bergab
⛰️ Schwierigkeitsgrad Mittel (T2–T3), trittsicher, kinderfreundlich mit Begleitung, jedoch nicht für die Allerkleinsten
🚠 Anreise Mit dem Eiger Express von Grindelwald Terminal zur Station Eigergletscher
🧭 Wegbeschaffenheit zT Geröll, Steinplatten, gesicherte Passagen
🥾 Empfehlung Feste Wanderschuhe, Windjacke, Wasser, Regen/Sonnenschutz, Snacks
🍽️ Verpflegung Bergstation Eigergletscher oder Bergrestaurant Alpiglen am Ziel, keine Brunnen unterwegs
🌦️ Beste Zeit Juni bis Oktober bei stabilem Wetter

Zu einer genussreichen Tour gehört eine sorgfältige Planung. Informiere Dich bitte im Vorfeld bei der örtlichen Informationsstelle über die aktuellen Weg- und Wetterverhältnisse. Je nach Jahreszeit und Witterung kann die Route gesperrt oder unterbrochen sein. Denke auch an eine passende Ausrüstung – gerade bei wechselhaftem Wetter oder in abgelegenen Gebieten ist sie besonders wichtig.

Dieser Text erschien in einer ähnlichen Version bereits im Herbst 2024 in der Coopzeitung. Alle Fotos sind von Nicole Schafer. Die tollen Outdoor Outfits stammen vom Schweizer Outdoorbrand Namuk

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