Pressereise mit Montafon Tourismus
Es war die grösste Frage meiner Kinder, als wir mit dem Zug über die Grenze fuhren: „Mamaaaaaa, wie reden sie eigentlich im Montafon?“ Kurz, nur ganz kurz wollte ich antworten: „Gleich wie in Wien.“ Doch ich besann mich eines Besseren. Schliesslich liegt das Tal in Vorarlberg gleich an der Schweizer Grenze. Und ist damit geografisch dem Kanton Graubünden viel näher, als der Hauptstadt Wien. Selbst nach Zürich ist die Distanz kleiner: In etwas mehr als zwei Stunden und mit nur einmal umsteigen kamen wir in Schruns an.
Bereits unterwegs sah ich Werbung im Dialekt. Und konnte so den Kindern nahe bringen, dass der Muntafuner (wie sie selbst sagen) Dialekt wohl sehr nahe am Bündner liegt. Diese Vermutung bestätigte sich, als wir aus der S-Bahn ausstiegen: Im Montafon spricht man beinahe Schweizerdeutsch. Und so konnten wir uns auch auf unsere Muttersprache verständigen.

Auf dem Erlebnisberg Golm
Drei Tage wollten wir im wunderschönen Bergtal verbringen. Ein Tal, das so weit ist, dass man sich als Unterländerin nicht gleich eingequetscht ist. Und doch so hoch gelegen, dass man mit Bus und Gondel schnell mal auf fast 2000 Metern Höhe ist. Ich wollte mit den Jungs wandern. Aber optimalerweise so, dass auch der 4-Jährige Spass dabei hätte. Deshalb zog es uns am ersten Tag auf den Erlebnisberg Golm.
Bereits nach wenigen Minuten in der Gondel wussten meine beiden Buben, dass es ein toller Tag werden würde. Sie hatten eine 60 Meter lange Rutschbahn erspäht. Und dann noch eine. Und noch eine. Auf insgesamt sieben Rutschbahnen führt der Waldrutschenpark-Golm von der Mittel- zur Talstation.

Doch noch musste das Rutschenglück warten. Gestärkt vom grosszügigen Bergfrühstück im Haus Matschwitz an der Mittelstation nahmen wir die Sesselbahn bis ganz hoch auf den Berg. Denn wir wollten erst Golmi’s Forschungspfad machen. Der Themenweg führt über 2.4 Kilometer zurück zur Mittelstation. 22 Posten laden dazu ein, die Alpenwelt zu erkunden und dabei ganz viel Spass zu haben.



So lernt man die Tiere der Alpenwelt kennen, kann sich bei der Wasserstation abkühlen, eine Kugel eine Holzbahn herunterrollen lassen und – unser ganz persönliches Highlight – gefühlt sackweise Edelsteine aus einem riesigen Sandkasten buddeln. Empfohlen wird der Pfad ab sechs Jahren. Mit genügend Energie und etwas Trittsicherheit ist er aber auch schon für kleinere Kinder machbar: Kleinbub hat ihn mit seinen knapp vier Jahren gut gemeistert.



Zurück beim Haus Matschwitz angekommen, mussten wir zu unserem Entzücken feststellen, dass das Bergrestaurant einen Glace-Stand geöffnet hatte. Gestärkt von zwei riesigen Kugeln machten wir uns auf den zweiten Teil des Abstieges: der Waldrutschenpfad. Auch die Benutzung der Rutschen ist offiziell erst ab sechs Jahren. Zum Glück erfuhren wir dies erst nachdem Kleinbub bereits zwei rasante Rutschfahrten hinter sich hatte. Es wäre unmöglich gewesen, ihm die restlichen Rutschen auszureden. Und so flitzte und lief er weiter ins Tal. Ich muss zugeben: Noch selten habe ich Kinder derart motiviert wandern sehen. Die Suche nach der nächsten Rutsche liess sich die müden Beinchen immer wieder vergessen.
An der Talstation angekommen, stürzten wir uns ins letzte Abenteuer des Tages: Mit der Sommerrodelbahn gings 2,6 Kilometer hinuten ins Tal. Die Buben kreischten vor Glück. Ich glaube, es war die längste Rodelbahn, die wir bisher besucht haben.
Familien- und umweltfreundlich nächtigen im Hotel Zimba
Als Basis für unsere Abenteuer im Montafon diente uns das Hotel Zimba in Schruns. Es liegt im Zentrum des Dörfchens, nur wenige Gehminuten vom Bahnhof und diversen Einkaufsmöglichkeiten entfernt. Wir nächtigten in einem grossen, hellen Zimmer. Die Jungs waren von der Kinderbettwäsche – die auf dem bequemen Schlafsofa lag – hin und weg. Ihr Highlight allerdings befand sich im Untergeschoss des Vier-Sterne-Hotels: Ein Hallenbad mit Textilsauna. Perfekt, um die müden Beine nach einem langen Wandertag zu entspannen. Oder um die müden Kinder noch müder zu machen. Auch der restliche Wellness-Bereich soll sehr hübsch sein, habe ich mir sagen lassen. Dieser ist allerdings den Erwachsenen vorbehalten.

Mir als Foodie gefiel besonders, dass das Hotel in der Küche stark auf regionale Produkte setzt. So genoss im Abends den Schmorbraten vom Montafoner Bergkalb. Am Morgen ass ich Suura Kääs (eine lokale Spezialität aus saurer Milch), Bergbutter und Brösel aus Mais mit Apfelmus. Auch sonst ist das Hotel sehr umweltfreundlich aufgestellt: Im Bad steht Naturkosmetik, die Portionen sind bewusst kleingehalten um Foodwaste zu verhindern (Nachschlag kann aber immer bestellt werden) und mit der Energie wird sparsam umgegangen. All dies hat dem Hotel Zimba die Auszeichung mit dem österreichischen und dem EU-Umweltzeichen eingebracht.

Wandern und Mountain Carts
Am zweiten Tag nahmen wir die Gondel auf der anderen Seite des Tales zum Abenteuerberg Hochjoch. Zunächst waren die Kinder etwas kritisch: Wir müssen tatsächlich noch einen Tag wandern? Und dann zuerst noch den Berg hoch? Doch die Skepsis verflog schnell, als sie den Naturkräftepfad entdeckten. Sie balancierten über Hängebrücken, entdeckten wie eine Sonnenuhr funktioniert, bauten Steinmännchen, gingen barfuss über die unterschiedlichsten Materialien und plantschen – natürlich – auch eine gewisse Zeit im Wasser. Zum Glück war es an diesem Tag warm. Hosen und Wanderschuhe waren schnell wieder trocken und wir waren bereit für den zweiten Teil der Wanderung.



Dieser war nicht weniger abenteuerlich. Schliesslich ging es auf einem kleinen Pfad steil bergab über Bergbäche und Kuhweiden. Während Grossbub von Stein zu Stein hüpfte und unermüdlich schien, wurden Kleinbubs Beinchen immer müder. Als die Stürze immer häufiger wurden und die Motivation dahinschwand, durfte er auf Mamas Rücken. Das war zum Glück schon kurz vor unserem Ziel, der Innerkappelalpe. Und wie schnell die müden Beinchen vergessen waren, als Kleinbub die Schaukel und den Sandkasten entdeckte. Spielbeine sind ja schliesslich ganz was anderes als Laufbeine.
Auch die komplett selbstgemachte Jause (ein Grossteil aus der eigenen Milch) unterstützte uns dabei wieder zu Kräften zu kommen. Während die Mama die unterschielichsten Käsesorten und die Kren (österreichisch für Meerrettich) zelebrierte, hielten sich die Buben an die Landjäger. Und selbstverständlich an den Holundersirup. Gut gestärkt wanderten wir gemütlich zurück zur Seilbahnstation Hochjoch. Nicht ohne unterwegs noch Eierschwämmli zu sammeln und Murmeltiere zu beobachten.



Auch hier wartete zum Abschluss des Tages in den Augen der Kinder die spassigste Beschäftigung auf uns: Auf Mountaincarts – einer Art Go Cart – fuhren wir mehr oder weniger schnell Richtung Tal. Leider allerdings nicht bis ganz runter. Etwa auf halbem Weg war die Mountaincart-Strecke dann zu Ende. Vielleicht auch zum Glück. Das Wetter hatte sich – wie in den Bergen so üblich – rasant verschlechtert. Starke Böen kündigten ein Gewitter an. Wir waren froh, dass wir es trotz des starken Windes noch zurück ins Tal nach Schruns schafften.

Unseren letzten Tag im Montafon gingen wir gemählich an. Auf den Besuch des Heimatmuseum (welches allerdings sehr toll sein muss, auch mit Kindern) verzichteten wir. Stattdessen gingen wir knapp einen Kilometer zu Fuss bis zum Aktivpark Montafon. Dort gingen wir auf grossen Wunsch der Jungs zuerst ins Alpenbad. Dort bleibt kein Kinderwunsch unerfüllt: Zwei verschiedene Rutschen, Schwimm- und Nichtswimmerbecken, ein Naturpool mit Klettermöglichkeiten und Sprungbrett. Und natürlich ein Kaffee, wo es nicht nur feines lokal hergestelltes Glace, sondern auch Slushies, gibt. Achtung: Beim Kiosk wird Barzahlung verlangt.
Neben dem Alpenbad befindet sich ein grosser Waldspielplatz, Erlebniswald genannt, sowie ein gedecktes Zelt, das Erlebnisreich, wo auch bei Schlechtwetter diverse Aktivitäten angeboten werden. Leider fehlte uns die Zeit, alles auszuprobieren. Unser Zug nach Blludenz und dann nach Zürich wartete auf uns. Montafon, wir kommen wieder!
Gut zu Wissen: unsere Tipps für Familien:
- Die Anreise mit dem ÖV ist unkompliziert und in gut zwei Stunden ab Zürich möglich. Für den Railjet ist eine Platzreservierung zu empfehlen.
- Kinder reisen im lokalen ÖV in Montafon gratis.
- Montafon setzt auf nachhaltigen Tourismus und ist seit 2024 mit dem österreichischen Umweltzeichen zertifiziert.
Weitere Reiseberichte zum Montafon
- CreativElena: #Umweltzeichen Reise in das Montafon: Nachhaltige Reisetipps für Familien.
- Teilzeitreisender.de: Montafon im Sommer
*Dieser Artikel entstand auf Einladung von Montafon Tourismus.