Wo Kleinkinder in der Region Romont am meisten Spass haben

Ich wünschte, es wäre anders. Aber seit unserer grossen Australienreise haben wir keine grossen Sprünge mehr gemacht. Schuld daran bin ganz klar ich. Wenn ich schwanger bin, werde ich paranoid und will die Schweiz eigentlich gar nicht mehr verlassen, weil ich mich hier medizinisch am besten betreut fühle. Dumm nur, dass ich in Singapur herausfand, dass Klein C. bald ein Geschwisterchen bekommen soll…

Wie dem auch sei: damit uns die Zürcher Decke nicht ganz auf den Kopf fällt, haben wir diesen Sommer viele Wochenendausflüge gemacht und durften dabei ganz viele neue Ecken der Schweiz entdecken. Eine grosszügige Einladung führte uns vor einigen Wochen in den Kanton Fribourg, genauer in die Region um Romont.

Zelt oder Wohnwagen?

Da der Papa und ich lange Zeit in der Westschweiz lebten, kamen bei uns so etwas wie Heimatgefühle auf, kaum dass wir die Sprachgrenze überquerten. Und Klein C.? Ja, die verstand kein Wort. Wir müssen echt mit an ihren Französischkenntnissen arbeiten. Einquartieren durften wir uns in den Bivouacs dans les Arbres. Respektive in den komfortabel ausgebauten Wohnwagen, die Besitzer Fred ebenfalls auf dem Gelände aufgestellt hat.

Die Zelte in den Bäumen wären zwar ein wahnsinniges Erlebnis gewesen, welches wir tagsüber auch ausprobieren durften. Da aber ein gewisses Baby auf meine Blase drückt und ich in der Nacht gefühlte 15 Mal auf die Toilette muss, entschieden wir uns für die Wohnwagenvariante. Der Papa, ganz Beschützer, wollte unbedingt verhindern, dass sich die Mama mit ihrem Babybauch nachts in den Tod stürzte.

Also schliefen wir quasi in einem Elefantenhintern. Zumindest wenn man der Aussage von Klein C. glauben will. Denn unser Wohnwagen war voll und ganz dem Thema Afrika gewidmet. Und so durften wir zum ersten Mal „Glamping“ erleben. Wir machten am Abend ein gemütliches Feuer, genossen die wunderbare Natur, brätelten unsere Würste, bewunderten den Sternenhimmel und legten uns nachher ganz gemütlich ins bequeme Doppelbett.

Ganz viel Spass auf dem Erlebnisbauernhof

Aber ich greife vor. Denn auch am Nachmittag hatte man ein wunderbares Programm für uns organisiert: Wir durften „Les Cabot’ins„, einen Bauernhof in der Nähe, der voll und ganz auf Kinderaktivitäten ausgerichtet ist, besuchen.

Klein C. durfte Shettlandpony reiten (wovor sie allerdings ziemlich Angst hatte), Eier aus dem Hühnerstall holen und diese dann gleich wieder verfüttern und – ihr absolutes Highlight – Babyhasen streicheln. Ein grossartiges Erlebnis für Klein C., von dem sie heute noch täglich erzählt.

Tags darauf durften wir zuerst das kleine Paradies, das Fred und Nelly mit Bivouacs dans les Arbres errichteten, noch ein bisschen geniessen. Wunderbare Blumenwiesen, hohe Bäume, ein Bach der friedlich plätschtert… und natürlich auch wieder ganz viele Tiere: in den Volieren halten die Besitzer diverse Vögel, auf den Feldern grasen Ziegen und eine grosse Gans namens Mireille bewacht das Anwesen. Ihr lautes Geschnatter beeindruckten und ängstigten Klein C. gleichermassen. Sicher ist, dass Klein C. seither „Angst“ in ihrem Vokabular führt.

Zum Abschluss unseres Ausfluges machten wir eine Tour durch das Pilgerort Romont. Idyllisch auf einem Hügel gelegen (ja, es ist das mittelalterliche Dorf, das man von der Zugstrecke aus sieht), von dicken Stadtmauern umgeben, markiert das Städtchen den 2000. Kilometer des Jakobweges. Wahrscheinlich ist es deshalb kein Zufall, dass in der Region eine lange Handwerkstradition von kunstvoll gestalteten Kirchenfenstern herrscht. In Romont gibt es sogar ein entsprechendes Museum, welches auch zahlreiche Aktivitäten für etwas grössere Kinder bietet. Da Kleinkind und Glas nur schlecht zusammen passen, verzichteten wir auf einen Besuch und umrundeten Romont stattdessen auf seiner Stadtmauer.

Foto: Line Gillard / Romont Tourisme

Gegen Nachmittag setzten wir uns wieder in den Zug und kamen glücklich, aber müde und mit nur einem Mal umsteigen, knapp zwei Stunden später wieder in Zürich an.

 

*  Wir wurden von Fribourg Région & Romont Région eingeladen, der Artikel widerspiegelt aber unsere persönliche Meinung.

 




Deborah Lacourrege

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