Weshalb wir Eltern Superhelden sind

Klein C. ist krank. Mal wieder. Dieses Mal sind es die Spitzenblattern, respektive die Windpocken. Sie gingen in der Kita rum. Wir hofften zwar, dass sie gesund bleiben würde. Insgeheim war uns aber klar, dass unsere Tochter mit elf Monaten ihre erste Kinderkrankheit bekommen würde.

Kinderkrankheiten bis zum erbrechen…

Windpocken sind hochinfektiös, breiten sich über den Luftweg aus. In Deutschland oder den USA wird bereits im ersten Lebensjahr dagegen geimpft. In der Schweiz wird die Impfung erst im Teenageralter empfohlen, da die Krankheit im Kindesalter meistens milde verläuft. Wir hoffen es.

Klein C. hat eine Eigenart. Wenn sie krank ist, bekommt sie selten Fieber. Stattdessen erbricht sie sich. Und mit erbrechen meine ich nicht dieses, irgendwie noch süsse Babykötzeln. Ich meine richtiges Erbrechen. Schwallweise. Über mehrere Meter hinweg. Bis ihr Magen leer ist.

Too much information? Vielleicht. Aber wichtig, um euch zu erklären, weshalb wir Eltern allesamt Superhelden sind. Und wir jedes Mutter- und Vatertagsgeschenk verdienen. Gemerkt habe ich es gestern Abend. Als ich mit Klein C. auf der Schulter in der Dusche auf und ab ging. Yep, das funktioniert auf einem Quadratmeter. Rhytmische Bewegung macht schliesslich müde. Und die Dusche… nun gut, das dürfte sich von alleine erklären. Der Papa putzte währenddessen weg, was aus Klein C. wieder herausgekommen war.

Warum wir bei kranken Kindern nicht genervt sein sollten

In dieser Situation war ich nicht genervt. Ekelte mich nicht, obwohl ich von oben bis unten vollgekotzt war. Ich hatte meinen Kater vergessen (noch am Abend zuvor durften der Papa und ich endlich mal wieder schön feiern gehen). Ich war nicht müde, obwohl es mitten in der Nacht war. Mein Herz war erfüllt von Sorge, von Mitleid für dieses kleine, unschuldige Wesen.

Es war der Moment, als mir mal wieder klar wurde, dass ich alles für meine Tochter geben und machen würde. Und ich meine, wirklich alles. Ich werde immer für sie da sein. Meine Bedürfnisse immer für die ihren zurückstellen. Mein letztes Hemd für ihr Glück geben. Weshalb? Weil ich ihre Mama bin.

Ich weiss, liebe Mamas und Papas, dass es euch genau so ergeht. Die Natur hat es so eingerichtet. Es ist unsere Aufgabe, den Erhalt der nächsten Generation zu sichern. Wenn man es biologisch-pragmatisch auszudrücken. Elternliebe ist wohl eine der mächtigsten Emotionen überhaupt. Wir können uns nicht dagegen wehren.

Wir überlegen keine Sekunde, wenn es um das Wohl unserer Kinder geht. Wir machen die Nächte durch. Tragen die Kleinen stundenlang durch die Wohnung. Wischen stoisch sämtliche Körperflüssigkeiten weg. Vergessen zu essen, zu duschen, uns anzuziehen. Und würden uns keine Sekunde lang darüber beschweren. Weil es nun mal einfach Dinge gibt, die wichtiger sind. Und deshalb, genau deshalb, sind wir Eltern Superhelden.

 

Deborah Lacourrege

1 Comment

  1. Antworten

    Isabelle

    24. August 2016

    Schön geschrieben! Die Gefühle für unsere Kinder sind in der Tat unbeschreiblich. Ich würde auch alles für meine Kleine geben. Hoffentlich geht es klein C. wieder besser! Die arme Maus…

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