Der ewige Kampf gegen Viren und Bakterien

Krank sein ist doof. Besonders wenn das eigene Kind krank ist. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als Klein C. das erste Mal krank war. Nämlich genau zwei Tage, nachdem sie das erste Mal in der Kita war und dort Zeit mit einem offensichtlich kranken Kind verbrachte. Wobei, im ersten Winter hatten wir noch Glück. Die meiste Zeit davon wurde Klein C. noch gestillt und hatte damit wohl Mamas Abwehrkräfte. Zumindest blieb diese Magendarmgrippe die einzig richtige Erkrankung des Winters 2015 / 2016.

Mit richtiger Erkrankung meine ich alles bis auf Erkältungen. Denn Kleinkinder sind ununterbrochen erkältet. Sogar im Sommer. Hat Klein C. mal während zwei Wochen keine Schnupfennase, ertappe ich mich gleich dabei, dass ich misstrauisch werde. So gesund kann ein Kind doch gar nicht sein? Da muss etwas Ernsthaftes im Anmarsch sein…

Wie dem auch sei: zu Beginn ihres zweiten Winters war Klein C. während mehr als zwei Monaten ununterbrochen krank. Von Ringelröteln, zu Bronchitis und fiebriger Reaktion auf die Pneumokokkenimpfung bis hin zur fiesen, eitrigen Mittelohrenentzündung. Unser Tochter liess keine einzige der typischen Kleinkinderkrankungen aus. Und wir als Eltern standen hilflos daneben. Versuchten alles, damit sich unser Kind ein wenig wohler fühlte. Wir gaben Kräutertees, brachten sie diverse Male zum Kinderarzt und trugen sie ganz viel herum. Kaum sahen wir ein Licht am Ende des Tunnels, da hatte sich schon wieder der nächste Virus im bereits schon geschwächten Körper unserer Tochter eingenistet.

Krankes Kind und Berufsleben

Die Hilflosigkeit und die kurzen Nächte waren das Eine. Dazu kam das ständige schlechte Gewissen gegenüber dem Arbeitgeber. Immer wieder die gleiche Frage: „Wer kann zu Hause bleiben? Wer hat am nächsten Tag keinen Termin oder ein wichtiges Meeting?“ Eigentlich wechseln der Papa und ich uns ja vorbildlich ab, wenn es um die Betreuung unserer kranken Tochter handelt. Aber in diesem ersten Winter kam unser System an sein Limit. Zum Glück haben wir beide verständnisvolle Arbeitgeber. Und der Papa kann in solchen Situationen auch mal Homeoffice machen oder per Videoschaltung am Meeting teilnehmen.

Nach zwei Monaten war der Spuck übrigens so schnell vorbei, wie er gekommen war. Klar, Klein C. war immer noch verschnupft und hatte teilweise sehr hartnäckigen Husten. Aber die dramatischen, fiebrigen Erkrankungen blieben weg. Ob es damit zu tun hat, dass ihr Immunsystem bereits mit genügend Krankheitserregern konfrontiert war oder, dass Klein C. in eine kleinere Krippe ging, wissen wir nicht. Wir sind einfach nur dankbar dafür.

Letzte Woche hatte Klein C. wieder mal Magendarmgrippe. Mit Betonung auf „wieder mal“. Denn Klein C. hat zum Glück nicht oft Fieber, dafür scheint ihr Magen ziemlich anfällig zu sein. Zum Glück hatte sich der Spass innerhalb von 24 Stunden erledigt und fiel auf meine freien Tage. Zum Glück für unsere Arbeitgeber, unsere Nerven und unsere Waschmaschine. Yep, die Waschmaschine. Bevor ich Kinder hatte, konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich jemals ein derartiges Loblied auf eine Waschmaschine in der eigenen Wohnung singen würde.



Typische Kinderkrankheiten

Zwei Kinderkrankheiten hat Klein C. übrigens auch schon durch: Windpocken und eben die Ringelröteln. Und da gäbe es ja noch viele mehr: Scharlach, Dreitagefieber oder Hand-Fuss-Mundkrankheit. Letzteres ist zwar keine typische Kinderkrankheit. Man kommt aber offenbar fast nicht drum rum, wenn das Kind ab und zu mit anderen Kindern Kontakt haben soll. Und so warten wir gespannt auf die nächste Herausforderung. Und hoffen klammheimlich einfach, dass es nicht schon wieder eine Magendarmgrippe ist.

Als Eltern krank zu sein ist übrigens auch doof. Konnte man sich früher einfach auf das Sofa setzen, Tee trinken, Netflix schauen und sich auskurieren, so hat man heute keine Schonfrist. Entweder, weil man sich um sein Kind kümmern muss – egal ob krank oder gesund. Oder weil man zur Arbeit erscheinen sollte. Und dort schon genügend Tage wegen Krankheit des Kindes gefehlt hat.

Deborah Lacourrege

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