Ich geh dann mal wieder arbeiten…

Nein, noch ist es nicht so weit. Ich gehe zurück, wenn der Babybruder 6 Monate alt ist. Aber ich habe mich in letzter Zeit intensiv mit dem Gedanken beschäftigt. Wie es wohl wird, den Kleinen zum ersten Mal abzugeben. Wie es funktioniert mit Stillen und Berufstätigkeit? Wird der Babybruder zu diesem Zeitpunkt schon Brei essen? Wie wird es der Kleine finden, auch mal im Kinderwagen zu sitzen? Kommt der Papa damit klar, am Morgen zwei Kinder in die Kita zu bringen? Kann ich meinen Job überhaupt noch nach 7-monatiger Pause?

Fragen über Fragen. Und noch keine wirkliche Antwort darauf. Ich mag Unsicherheiten nicht. Und doch weiss ich, dass mir nichts anderes übrig bleibt, als meinem Mamainstinkt zu vertrauen. Zu wissen, dass es schon irgendwie klappen wird. Dass der Babybruder zusammen mit seiner Schwester sicher Spass in der Kita haben wird. Dass ich auch über andere Themen noch schreiben kann.

Vermisse ich meinen Job?

Gleichzeitig kommt da langsam das Gefühl, wieder arbeiten zu wollen. Seit der Babybruder 2 Monate alt war, wurde ich immer wieder gefragt, ob ich meinen Job denn vermisse? Bis vor kurzem habe ich dies vehement verneint. Wohlwissend, dass irgendwann, ja irgendwann, wieder die Sehnsucht nach einem Leben ausserhalb von Haushalt und Kind kommen wird. Und nun ist sie da. Sie hat sich angeschlichen und erst ganz scheu angeklopft. Aber ich freue mich darauf, meine Kollegen wieder regelmässig zu sehen. Über Essen, Wein und andere Erwachsenendinge zu quatschen. Täglich neue Leute kennenzulernen  und andere Welten zu entdecken.

Sind wir ehrlich, ich bin zwar wahnsinnig gerne Mama. Zur Hausfrau bin ich aber nicht gemacht. Ich koche zwar gerne, was mein Beruf so mit sich bringt, Wäscheberge und Spielzeugberge beseitigen ist mir aber ein Graus. Und wenn man so viel Zeit zu Hause verbringt, sieht man auch immer mehr Baustellen. Die Fenster müssten geputzt, das Regal neu organisiert und der Kleiderschrank sowieso mal wieder ausgemistet werden. Die Zeit dazu fehlt mit zwei kleinen Kindern natürlich trotzdem.

Mit mir selbst im Reinen

Das alles zeigt mir, dass der Entscheid 6 Monate zu Hause zu bleiben, der richtige gewesen war. Klein C. musste ich viel zu früh in die Kita geben, was mir bis heute das Herz bricht. Den Babbruder hingegen darf ich nochmal so richtig geniessen. Die Babyfüsse küssen, ihn bei seinen Krabbelversuchen beobachten. Ihn trösten, wenn es eben doch noch nicht funktioniert. Ihn einfach nur geniessen, so lange er noch so klein ist. Denn die Zeit geht viel zu schnell vorbei.

 




Deborah Lacourrege

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